Donnerstag, 10. Mai 2018

Rezension: Die Lichter unter uns von Verena Carl

 

Titel: Die Lichter unter uns 

Autorin: Verena Carl

Verlag: S. Fischer

Seitenzahl: 320

ISBN-10: 3103973632

ISBN-13: 978-3103973631

Preis: 20,00 Euro 









 

Inhalt:

Wovon träume ich? Was macht ein gelungenes Leben aus? Und – sind die anderen glücklicher als ich?
Verena Carl erzählt mit großer Klarheit und Entschiedenheit von einer existentiellen Situation.
Anna verbringt ihren Urlaub in Taormina auf Sizilien, mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern. Plötzlich fühlt der Boden sich brüchig an, auf dem sie steht. Sie begegnet Alexander, der das aufregende Leben führt, das sie sich einmal für sich selbst erträumt hatte. Und Alexander? Beneidet er sie um ihr Familienglück? Mit einem Mal wird der Zweifel am eigenen Leben übermächtig, alles steht auf dem Spiel. Sieben Tage können alles verändern.

 

 

Meine Meinung: 

"Die Lichter unter uns" ist ein Roman der Autorin Verena Carl. Für mich war dieses Buch das erste der Autorin und ich war sehr gespannt auf die Geschichte, da ich den Klappentext als interessant empfunden habe. Ob sich auch die Inhalte als interessant entpuppt haben, das verrate ich euch hier. 

 

In dieser Geschichte geht es um die Protagonistin Anna. Anna ist mit ihren beiden Kindern und ihrem Mann im Urlaub auf Sizilien. Sie leben zwar nicht in der Suite ihrer Flitterwochen, weil es die Finanzen nicht zulassen, aber sie sind entschlossen sich dennoch einen schönen Urlaub zu machen. Allerdings hat besonders Anna mit allem zu kämpfen, mit den finanziellen Einschränkungen, mit ihrer Tochter und mit ihrer, in ihren Augen eingeschlafenen Ehe. Als sie eines Tages auf den attraktiven Alexander trifft, beginnt sie umso mehr alles in Frage zu stellen, denn er scheint das "perfekte" Leben zu haben. Am Ende stellt sich die Frage, ob der Zweifel an ihrem eigenen Leben nur eine Momentaufnahme, oder etwas entscheidendes ist ...

 


 Der Einstieg in diesen Roman ist mir leider nicht so leichtgefallen, wie ich gehofft hatte. Der Schreibstil von Verena Carl ist sehr blumig und bildhaft, was ich eigentlich mag, aber in diesem Buch war es so, dass die Autorin durch ihre ab und an nicht nachvollziehbaren Vergleiche und Beschreibungen, in meinen Augen, zu oft den roten Faden verloren hat. Dadurch habe auch ich mich etwas verloren gefühlt und war immer froh, wenn Passagen kamen in denen eine klarere Struktur sichtbar wurde. Insgesamt fand ich aber ca die Hälfte des Buches, vom Schreibstil her, sehr anstrengend und sprunghaft. 

 

Die Ausarbeitung der Charaktere ist solide, aber nicht herausragend. Die Protagonistin Anna fand ich durch ihre Betrachtungsweise leider oftmals anstrengend und auch nicht altersentsprechend im Verhalten. Sympathieträger gab es für mich auch bei den anderen Charakteren keine und was ich sehr schade fand war, dass auch inhaltlich sehr viel mit Klischee's gearbeitet wurde. Hier hatte ich mir viel mehr Tiefgang und Authentizität gewünscht. Die Themen sind aus dem Leben gegriffen und haben mir in der ungeschönten Betrachtungsweise mancher Situationen gut gefallen, da sie zum Nachdenken anregen. Ohne die klischeehafte Darstellung hätte es hier, meiner Meinung nach, noch einiges an Potenzial gegeben. 

 

Was mir bei diesem Roman leider komplett gefehlt hat war der Spannungsbogen. Der war, in meinen Augen, gar nicht vorhanden. Aus diesem Grund habe ich eher ungern weitergelesen, weil es mich kaum gereizt hat, zu wissen was weiter passieren wird. Als es dann gegen Ende ein zwei Momente gab, in denen meine Neugier ein bisschen geweckt wurde, wurden diese Inhalte einfach nicht weitererzählt und die Geschichte endete für mich eher mit Unzufriedenheit. Die Botschaft, dass nicht alles Gold ist was glänzt und der erste Eindruck durchaus täuschen kann fand ich schön gewählt, aber insgesamt hat die Autorin mir zuviel des Potenzials ungenutzt gelassen. Daher gebe ich dem Buch insgesamt leider nur 1,5 Rosen, aufgerundet auf 2.

 

Positiv:

* wenige Passagen sind toll ungeschönt und lebensnah erzählt worden


Negativ: 

* sehr blumiger und sprunghafter Schreibstil, bei dem oft der rote Faden fehlt

* es gibt zuviele Klischee - Probleme

* interessante Aspekte werden nicht zuende erzählt

* das Ende ist offen und für mich ist die Geschichte nicht mal teilweise zuende 

   erzählt


"Die Lichter unter uns" hat tolle Ansätze, die, in meinen Augen, leider kaum genutzt wurden. Mir gab es zuviele Klischee's und vorallem fehlte mir der rote Faden und ein richtiger Abschluss der Geschichte!