Freitag, 18. Mai 2018

Rezension: Das Böse in deinen Augen von Jenny Blackhurst

Titel: Das Böse deinen Augen

Autorin: Jenny Blackhurst 

Übersetzerin: Sabine Schilasky

Verlag: Bastei Lübbe

Seitenzahl: 432

ISBN-10: 3404176898

ISBN-13: 978-3404176892

Preis: 11,00 Euro

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt: 

Niemand hat Angst vor einem kleinen Mädchen, oder doch?

Als die Kinderpsychologin Imogen Reid den Fall der elfjährigen Ellie Atkinson übernimmt, weigert sie sich, den seltsamen Gerüchten um das Mädchen zu glauben. Ellie sei gefährlich, so heißt es. Wenn sie wütend wird, passieren schreckliche Dinge. Imogen hingegen sieht nur ein zutiefst verstörtes Kind, das seine Familie bei einem Brand verloren hat und ihre Hilfe benötigt. Doch je näher sie Ellie kommt, desto merkwürdiger erscheint ihr das Mädchen. Dann erleidet auch Imogen einen schrecklichen Verlust - und sie fürchtet, dass es ein Fehler war, Ellie zu vertrauen.

 

 

Meine Meinung: 

"Das Böse in deinen Augen" ist ein Psychothriller der Autorin Jenny Blackhurst. Bei diesem Buch hat der spannende Klappentext direkt meine Neugier geweckt. Ich war super gespannt darauf, was es mit der Geschichte um Elli auf sich haben würde und habe direkt mit dem lesen begonnen. 

 

In dieser Geschichte geht es um die Protagonistin Imogen Reid. Imogen arbeitet als Kinderpsychologin und als sie den Fall der elfjährigen Ellie Atkinson annimmt, weigert sie sich strikt den abstrusen Gerüchten um das Mädchen Glauben zu schenken. Viele Leute behaupten, dass Ellie gefährlich ist und wenn sie wütend ist schlimme Dinge passieren. 

 

Als Imogen Ellie kennenlernt sieht sie jedoch nur ein verstörtes Kind, welches ohne ihre Familie aufwachsen muss und kaum Unterstützung bekommt. Nachdem Imogen einige Zeit mit Ellie verbracht hat, muss sie jedoch zugeben, dass es immer wieder zu merkwürdigen Geschehnissen kommt, in die Ellie verwickelt ist. Und auch ihr selbst kommt das Mädchen immer komischer vor. Als Imogen auch noch persönlich von  einem schlimmen Verlust getroffen wird, muss sie sich überlegen, ob es vielleicht ein Fehler war Ellie zu vertrauen ... 

 


Der Einstieg in diesen Thriller ist mir gut gelungen. Jenny Blackhurst hat einen sehr angenehm zu lesenden und flüssigen Schreibstil, der mir richtig gut gefallen hat. Was mir jedoch schon nach wenigen Kapiteln aufgefallen ist, sind die Wiederholungen. Diese gab es leider sowohl in wörtlicher, als auch häufiger in inhaltlicher Form. Das hat mich schon ein bisschen gestört, da es die Geschichte etwas zäh gemacht hat. Die Buchidee fand ich unheimlich und spannend, und ich war direkt auf die weiteren Entwicklungen gespannt. 


Die Ausarbeitung der Charaktere fand ich solide, aber leider nicht herausragend. Was mich ein bisschen enttäuscht hat waren manche Ungereimtheiten. Wie kann eine Kinderpsychologin mit eigenen psychischen (zB Abgrenzungsproblemen) ein Kind therapieren? Hier gab es für mich zuviele Gräben, die die Autorin, in meinen Augen, leider nicht ganz so glaubhaft überbrücken konnte. Zudem gab es einige Klischee's, die ich aber nur aufgrund der wiederkehrenden Wiederholungen als anstrengend empfunden habe. 


Der Spannungsbogen wurde durch die wechselnden Erzählstränge recht gut gehalten, aber die bereits bekannten Inhalte und Gedankengänge machten einige Passagen leider ein bisschen zäher, als ich es mag. Die Emotionen hat Jenny Blackhurst gut rübergebracht, besonders was Ellie angeht. Ihre Unsicherheiten und manchmal widersprüchlichen Reaktionen wirkten authentisch und das Mädchen hat in mir ab und an, besonders im letzten Drittel Mitgefühl wecken können. Das Finale war auch in Sachen Spannung gelungen, was vorallem durch den raffinierten Twist zustande kam. Die letzten Seiten haben mir auch die Gänsehaut verschafft, die ich mir schon zu Beginn des Buches gewünscht hätte.


Positiv: 

* flüssiger Schreibstil

* spannendes Finale

* interessante Buchidee


Negativ: 

* einige Dinge waren, für mich, nicht glaubwürdig und realistisch genug

* es gab viele inhaltlich und wörtliche Wiederholungen

* ich hätte mir deutlich mehr Spannung gewünscht, was durch die langatmigen 

   Passagen leider nicht zustande gekommen ist


"Das Böse in deinen Augen" punktete bei mir durch eine interessante Buchidee und eine solide Handlung. Leider gab es mir insgesamt zu wenig Spannung und viel zuviele Wiederholungen, die die Story langatmig werden liessen! Echt schade um das Potenzial.