Montag, 30. April 2018

Kurzrezension: Die geliehene Schuld von Claire Winter

Titel: Die geliehene Schuld

Autorin: Claire Winter

Verlag: Diana

Seitenzahl: 576

ISBN-10: 3453291948

ISBN-13: 978-3453291942

Preis: 22,00 Euro

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt: 

Berlin, Sommer 1949: Die Redakteurin Vera Lessing hat während des Zweiten Weltkrieges ihre Eltern und ihren Mann verloren. Sie will vor allem eines – die traumatischen Erlebnisse für immer hinter sich lassen. Doch als ihr Jugendfreund und Kollege Jonathan auf mysteriöse Weise ums Leben kommt, wird sie unweigerlich in seine Arbeit hineingezogen. Jonathan hat Recherchen über ehemalige Kriegsverbrecher betrieben. Gleichzeitig stand er im persönlichen Kontakt mit einer jungen Frau namens Marie Weißenburg, eine Sekretärin im Stab Konrad Adenauers. Vera geht den Spuren nach, die sie bis in die mächtigen Kreise der Geheimdienste führen.
 

 


Lesegrund: 

Dieses Buch klang für mich nach einer spannenden Geschichte, die unbedingt von mir gelesen werden wollte. Der Klappentext hat direkt meine Neugier geweckt.

 

Handlung: 

Das Buch beginnt in Berlin im Sommer des Jahres 1949. Die Protagonistin Vera Lessing hat während des zweiten Weltkriegs ihre Eltern und ihren Mann verloren und hofft irgendwann Abstand zu den traumatischen Erlebnissen zu gewinnen. Doch alles kommt anders als Vera's Jugendfreund Jonathan auf mysteriöse Weise ums Leben kommt. Dieser hatte über ehemalige Kriegsverbrecher recherchiert und stand im Kontakt zu Marie Weißenburg, einer Angestellten aus dem Stab Adenauer's. Vera beginnt Nachforschungen anzustellen und ahnt nicht, wo diese sie noch hinführen sollen ...

 

Schreibstil: 

Der Schreibstil von Claire Winter ist stets angenehm zu lesen, was mir gut gefallen hat. Erzählt wird die Geschichte aus der Sicht verschiedener Charaktere, was mir manchmal etwas zuviel war. Weniger ErzählerInnen wären der Geschichte in meinen Augen besser bekommen, da die Sprünge schon häufig waren.  


   

Charaktere: 

Die Ausarbeitung der Charaktere fand ich gelungen, aber ich muss sagen, dass die Menge der Haupt - und Nebenakteure schon einiges an Konzentration verlangt. Mir persönlich waren es ein paar zuviel, denn die Sprünge in den Erzählsträngen wurden nach einer Weile ein bisschen anstrengend, weil es auch keinen strikten zeitlichen Rahmen gibt. Es geht mal Monate, mal Jahre zurück, oder auch mal nur Tage. 

 

Spannung: 

Der Spannungsbogen ist solide und wird vorallem durch die verschiedenen Erzählstränge aufrechterhalten. Man möchte natürlich immer gerne wissen wie es weitergeht, was mir gut gefallen hat. Insgesamt liegt die Spannung in einem guten Mittelfeld, aber ab und an habe ich den einen oder anderen Extra - Spannungsanstieg vermisst.

 

Emotionen:  

Die Emotionen hat Claire Winter sehr gut dargestellt und sie werden auch durch die Charaktere authentisch rübergebracht. Allein schon die Thematik bewegt und regt auch zum nachdenken an. Die Inhalte sind mir unter die Haut gegangen und sie waren oftmals emotional. Schön fand ich auch, dass es bei dabei eine große Bandbreite der Gefühle gibt.  

 

"Die geliehene Schuld" ist eine bewegende und interessante Geschichte, die mich mit der guten Recherche und Authentizität begeistern konnte. Leider waren mir die vielen, unregelmäßigen Zeitsprünge und die Menge der Charaktere ein bisschen zuviel. Insgesamt gebe ich dem Buch gerne 3,5 Rosen und runde sie auf 4 auf.