Donnerstag, 1. März 2018

Rezension: Im Kopf des Mörders - Kalte Angst von Arno Strobel

Titel: Im Kopf des Mörders - Kalte Angst

Band: 2 von 3

Autor: Arno Strobel

Verlag: Fischer Taschenbuch

Seitenzahl: 368

ISBN-10: 359629617X

ISBN-13: 978-3596296170

Preis: 9,99 Euro

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt: 

Oberkommissar Max Bischoff traut seinen Ohren nicht, als ihn der Leiter der Klinik für Forensische Psychiatrie in Langenfeld anruft und ihm mitteilt, dass er wichtige Informationen zu einem aktuellen Fall hat. Einem Fall, der Max Bischoff und seinem Partner Horst Böhmer nichts als Rätsel aufgibt. Denn scheinbar wahllos dringt ein Unbekannter, der sein Gesicht unter einer Fliegenmaske verbirgt, nachts in Wohnungen und Häuser ein. Er überwältigt die Bewohner und lässt jedes Mal nur einen Überlebenden zurück. Und eine Botschaft: „Erzähl es den anderen.“
Und jetzt der Anruf aus der Langenfelder Psychiatrie. Siegfried Fissmann, einer der Patienten dort und selbst ein verurteilter Mörder, sagt diese Morde genau voraus. Bischoff bleibt nichts anderes übrig, als sich auf Fissmann einzulassen, wenn er verhindern will, dass noch weitere Menschen sterben. Auch wenn das bedeutet, dass er selbst an die Grenzen seiner psychischen Belastbarkeit gerät …

 

 

 Meine Meinung: 

"Im Kopf des Mörders - Kalte Angst" ist der zweite Band der "Im Kopf des Mörders" - Trilogie des Autors Arno Strobel. Band 1 hatte direkt mein Interesse auf diese Reihe geweckt und daher war für mich schnell klar, dass ich wissen möchte mit welchen Fällen es Max Bischoff als nächstes zu tun bekommt.

 

In diesem Thriller bekommt es der Oberkommissar Max Bischoff mit einem komplizierten Fall zu tun. Auch gemeinsam mit seinem Partner Horst Böhmer gelingt es nicht die dringend benötigten Zusammenhänge der ganz verschiedenen Fälle zu erkennen. Abgesehen davon, dass der Täter immer eine Fliegenmaske trägt und immer nur ein Familienmitglied am Leben lässt, scheint es keinerlei Gemeinsamkeiten zu geben. Auch die Botschaft des Täters "Erzähl es den anderen" scheint lange Zeit überhaupt keinen Sinn zu geben. 

 

Skurrilerweise bringt erst ein Anruf aus der Forensischen Psychiatrie Langenfeld einen Fortschritt. Denn dort behauptet ein Patient, dass er Informationen zu den ungelösten Fällen hat und sogar Hinweise besitzt, was der Täter als nächstes planen könnte. Aber kann man dem verurteilten Mörder Fissmann, was die Hinweise angeht, wirklich über den Weg trauen?

 


Der Schreibstil von Arno Strobel hat mir auch in seinem neuesten Werk wieder gut gefallen. Der Autor schreibt in klaren und flüssigen Sätzen, was das Lesen angenehm macht. Bei diesem zweiten Band war, in meinen Augen, die psychologische Kommponente und die Beschreibungen der Taten ein grausiges, aber geniales Plus. Die detaillierten Szenarien gingen mir jedes Mal extrem unter die Haut und mir haben sich mehr als einmal die Nackenhaare aufgestellt. Herr Strobel hat es hier hervorragend geschafft ein Grauen zu erzeugen, welches auch  mir als Leserin einiges abverlangt hat. Manche Momente, besonders wenn es um die Kinder ging, haben mich schon an meine Grenzen gebracht.

 

Die Ausarbeitung der Charaktere hat mir ebenfalls wieder gut gefallen, auch wenn ich sagen muss, dass mir die psychischen Belastungen des Protagonisten ab und an etwas zuviel Raum eingenommen haben. Die Nebencharaktere haben mir erneut richtig gut gefallen und die Antagonisten in diesem Band haben Gänsehaut garantiert. Den Spannungsbogen hat Arno Strobel, meiner Meinung nach, leider zu niedrig angesetzt. Besonders die ersten 2/3 der Geschichte boten mir zu wenig Spannung und irgendwann liess mein Interesse leider ein bisschen nach. 

 

Im letzten Drittel des Buches nimmt die Handlung dann deutlich an Fahrt auf und die Auflösung fand ich schön überraschend, was toll war. Auch die Emotionen kommen durch die bestialischen Taten immer wieder zum tragen. Bei Max Bischoff würde ich mir für den nächsten und abschließenden Teil eine noch deutlichere Entwicklung wünschen, aber ansonsten konnte mich der Autor mit den emotionalen Passagen schon überzeugen. 

 

Positiv: 

* eingängiger und flüssiger Schreibstil

* Gänsehaut Garantie bei den psychologischen Aspekten

* clevere, unvorhersehbare Auflösung

 

Negativ: 

* die Handlung ist leider in den ersten 2/3 des Buches spannungsarm

* die privaten Probleme des Ermittlers waren mir zu oft präsent

 

"Im Kopf des Mörders - Kalte Angst" ist eine solide Fortsetzung, die mit gut ausgearbeiteten Charakteren unterhält, in Sachen Spannung, aber leider nicht richtig überzeugen konnte!