Mittwoch, 26. Juli 2017

Rezension: Der Dichter der Familie von Grégoire Delacourt

Titel: Der Dichter der Familie 

Autor: Grégoire Delacourt

Übersetzer: Tobias Scheffel

Verlag: Atlantik

Seitenzahl: 240

ISBN-10: 3455404685

ISBN-13: 978-3455404685

Preis: 20,00 Euro

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt: 

Mit sieben Jahren schreibt Édouard sein erstes Gedicht. Wie charmant! Die Familie ist entzückt, von jetzt an steht fest: Édouard ist der Dichter der Familie. Doch für ihn beginnt damit der unaufhaltsame Abstieg: Die Jahre vergehen, und vergebens versucht er diesen einen Moment reiner Liebe und Bewunderung wiederauferstehen zu lassen. Nichts will ihm gelingen: Er wählt die falsche Frau und muss machtlos zusehen, wie seine Familie zerbricht. Statt Schriftsteller wird er Werbetexter, trotz seiner Erfolge fühlt er sich als Versager. »Schreiben heilt«, hat sein Vater immer gesagt – wird Édouard schließlich die Worte finden, die ihn und seine Liebsten zu heilen vermögen?

 

 


 Meine Meinung: 

"Der Dichter der Familie" ist ein Roman des Autors Grégoire Delacourt. Für mich war dieses Buch, das erste des Autors und da ich die Geschichte, vom Klappentext her, ganz vielversprechend fand, hoffte ich, dass auch der Inhalt ein paar schöne Lesestunden bereiten würde ...


In dieser Geschichte geht es um den Protagonisten Édouard. Der kleine Junge schreibt mit sieben Jahren sein erstes Gedicht und die ganze Familie ist begeistert davon. Ab diesem Zeitpunkt steht klar fest, dass Édouard der Dichter der Familie ist. Doch für den Protagonisten beginnt damit ein unverhoffter Abstieg, der sein ganzes Leben überschatten soll. 

 

Viele Jahre versucht Édouard, dass Gefühl der Liebe und Begeisterung, welches ihm damals entgegengebracht wurde erneut zu erreichen und stößt dabei an seine Grenzen. Auch sein Wunsch seine Familie durch seine eigenen Worte heilen zu können zerplatzt und die Familie bricht auseinander. Wird sich die Aussage seines Vaters, dass "Schreiben heilt" dennoch für ihn bewahrheiten können?

 


Der Einstieg in diesen Roman ist mir leider nicht so gut gelungen. Das lag zunächst einmal an dem sehr episodischen und sprunghaften Schreibstil von Grégoire Delacourt. Mir persönlich, wurden direkt zu Beginn viel zuviele Themen eingebracht, aber keines so, dass ich mich auch auf die Inhalte einlassen konnte. Es wirkte auf mich, wie ein aufzählen von Ereignissen, was sich nach einer Eingewöhnungszeit nicht ganz schlecht lesen liess, da der Autor den Fokus mehr auf den Protagonisten legt, aber gefesselt hat mich die Geschichte nicht.

 

Die Ausarbeitung der Charaktere war recht gelungen, auch wenn keiner von ihnen ein Sympathieträger/eine Sympathieträgerin für mich war. Der Protagonist konnte mich leider von allen am wenigsten überzeugen, da mir die emotionalen Momente nicht authentisch genug waren. Eine gewisse Melancholie finde ich nicht schlecht, aber hier war es zuviel des Guten, vorallem im Kontext mit Themen, die hier so gar nicht hinpassen wollten.

 

Die Thematik des Dichtens und des Schreibens wird immer mal am Rande erwähnt, aber es geht mehr um einzelne Schicksale innerhalb einer Familie und nicht um die Thematik, die ich mir vom Klappentext versprochen hatte. Was mich am meisten gestört hat war, dass der Autor sehr vulgär und teilweise einfach unpassende Beschreibungen abliefert, die mich einfach nur noch angewiedert haben. Was haben solche extremen Sex-Szenen, in einem Roman zu suchen? Hinzu kam ein, in meinen Augen, sehr respektloser "Witz" wo es um die Thematik einer Vergewaltigung geht, was, für mich, gar nicht in Ordnung geht. Sarkasmus und Ironie sind mir nicht fremd, aber manchen Themen sollte man schon mit ein bisschen mehr Respekt und Anstand begegnen.  

 

Positiv: 

* ein nettes Cover

 

Negativ: 

* ich habe mir von der Beschreibung eine ganz andere Geschichte versprochen

* die Inhalte sind teilweise auf sehr grenzwertige und grenzüberschreitende Art 

   beschrieben und die Sprache war mehr als nur vulgär

* mir fehlte beim Protagonisten eine deutliche Entwicklung  

* der Schreibstil ist knapp und episodisch, was den Lesefluss nicht recht zustande 

   kommen lässt

* trotz emotionaler Themen kam bei mir kein wirkliches Gefühl an

 

"Der Dichter der Familie" konnte mich von den Inhalten und der Sprache des Autors absolut nicht überzeugen. Ich habe mehrfach überlegt nicht mehr weiterzulesen, mochte das Buch, im Rahmen einer Leserunde, aber nicht abbrechen. Für mich wird es kein weiteres Buch des Autors geben und ich kann dieses auch leider nicht empfehlen.

 

 

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