Samstag, 2. September 2017

Rezension: Die Überlebende von Lisa Gardner

Titel: Die Überlebende 

Band: 6 von ?

Autorin: Lisa Gardner

Übersetzer: Michael Windgassen

Verlag: Rowohlt Taschenbuch

Seitenzahl: 544

ISBN-10: 3499290936

ISBN-13: 978-3499290930

Preis: 9,99 Euro

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt: 

472 Tage lang lernte sie, wie viel ein Mensch ertragen kann:
Flora Dane, College-Studentin, am hellichten Tag gekidnappt. Wie durch ein Wunder überlebte sie. Und entkam ihrem Peiniger. Sieben Jahre ist das nun her - doch vergessen kann Flora nicht. Die Wände ihres Zimmers sind voller Fotos: Mädchen, die weniger Glück hatten als sie. Mädchen, die jetzt tot sind. Flora schwört, sie niemals im Stich zu lassen.

Und dann ist wieder eine junge Frau verschwunden. Kurz darauf wird Detective D.D. Warren an den Tatort eines grausigen Verbrechens gerufen: Ein Mann - verbrannt. Eine junge Frau - nackt und gefesselt. Flora Dane.

 

 

Meine Meinung: 

"Die Überlebende" ist der sechste Band der Thrillerreihe um D.D. Warren, geschrieben von der Autorin Lisa Gardner. Auf dieses Buch hatte ich mich schon sehr gefreut, denn der Klappentext klang einfach nach einer so guten und spannenden Geschichte. Aber ob mich auch der Inhalt überzeugen konnte?

 

In dieser Geschichte geht es um die Protagonistin Flora Dane. Flora ist vor sieben Jahren, als College Studentin, gekidnappt worden und musste 472 Tage in der Gewalt ihres Peinigers verbringen. Aber auch nach diesen Jahren kann Flora nicht einen Moment ihres Martyriums vergessen und daher vergräbt sie sich in aktuelle Vermisstenfälle und sie träumt von Rache.


Eines Tages ist erneut eine junge Frau verschwunden und es gibt kaum Spuren. Als D.D. Warren kurze Zeit darauf zu einem Tatort gerufen wird sieht sie unglaubliches. Flora Dane nackt und gefesselt und vor ihr ein Mann, der komplett verbrannt wurde. D.D. versucht die Puzzlestücke zusammenzusetzen, aber es scheint als würde Flora niemanden an sich heranlassen und ganz eigene Pläne verfolgen ...

 

 

Der Einstieg in diesen Thriller ist mir sehr gut gelungen. Ich mag den flüssigen und problemlos zu lesenden Schreibstil von Lisa Gardner sehr gerne. In diesem Buch ist es so, dass es zum einen den allwissenden Erzähler gibt, der Einblicke in die Ermittlungen und das Leben von D.D. Warren gibt und zum anderen gibt es die Ich - Erzählerin Flora Dane, zum einen in der Gegenwart, aber auch mit Passagen, in denen der Leser/ die Leserin Einblicke in die Zeit ihrer Entführung bekommt. Ich mochte diese Wechsel sehr gerne und sie haben mein Interesse an den Geschehnissen durchweg oben gehalten. 

 

Die Ausarbeitung der Charaktere hat mir gut gefallen, auch wenn ich sagen muss, dass neben der Protagonistin Flora, sogar D.D. Warren, mir persönlich, etwas zu blass gewirkt hat. Flora ist ein vielschichtiger Charakter und Lisa Gardner bringt die Symptome und den Charakter eines Menschen, der so lange Zeit in der Gewalt eines Entführers und Vergewaltigers war, psychologisch glaubhaft und bewegend rüber. 

 

Besonders schön dargestellt fand ich die Zwiespältigkeit in Flora, die sicherlich nicht ungewöhnlich nach solchen Erlebnissen ist. Hier gab es in den Rückblicken allerdings auch etwas, was mich ein bisschen gestört hat, und das waren die gehäuften Wiederholungen. Die Eindringlichkeit der Emotionen wurde so zwar nochmal hervorgehoben, aber etwas weniger oft, wäre es, in meinen Augen, besser gewesen.  

 

Durch die verschiedenen Erzählstränge ist die Geschichte spannend aufgebaut, aber es gibt zwischendurch immer mal wieder Passagen, die mir zu langatmig geschildert waren. Etwas mehr Augenmerk auf die Ermittlungen und hier auch mehr Authentizität hätte der Geschichte, meiner Meinung nach, gut getan. Das große Plus waren für mich eindeutig die Emotionen und dass das Schicksal der Protagonistin absolut unter die Haut gegangen ist. Das Ende war nicht schlecht, aber es hätte auch gern etwas ausführlicher sein dürfen. Im Vergleich zu den anderen Inhalten, war es doch eher knapp gehalten.

 

Positiv: 

* interessante Thematik

* gute Wechsel zwischen den Erzählsträngen 

* tolle und authentische Vermittlung der psychologischen Aspekte

* emotionale Passagen, die unter die Haut gehen

 

Negativ: 

* es gab mir manchmal zuviele Wiederholungen in den Rückblicken

* die Geschichte hätte ein bisschen spannender sein können

 

"Die Überlebende" ist ein guter Thriller, der vorallem auf die psychologische Komponente setzt. In Sachen Spannung gab es Luft nach oben, aber die Emotionen und das Schicksal der Protagonistin waren bewegend und interessant dargestellt. Von mir gibt es daher gerne 3,5 Rosen, aufgerundet auf 4. 

 

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