Freitag, 21. Juli 2017

Rezension: Die Stunde unserer Mütter von Katja Maybach

 

Titel: Die Stunde unserer Mütter

Autorin: Katja Maybach

Verlag: Knaur TB

Seitenzahl: 320

ISBN-10: 3426516071

ISBN-13: 978-3426516072

Preis: 9,99 Euro 










Inhalt:

Im Mittelpunkt stehen Maria und Vivien, die einander nie besonders sympathisch waren – und jetzt eine Schicksalsgemeinschaft bilden, aus der nach und nach tiefe Freundschaft entsteht.
Dabei sind die beiden Frauen denkbar unterschiedlich: Während Maria, die ihren Mann, den Forstbeamten Werner, gegen den Willen ihrer Familie heiratete, mittlerweile an ihrer Ehe zweifelt, schmerzt die Engländerin Vivien jede Minute der erzwungenen Trennung von ihrem Mann Philipp. Maria ringt bei jedem Feldpostbrief Werners mit sich, die Distanz, die zwischen ihnen entstanden ist, zu durchbrechen und ihm ein paar liebevolle Worte zu schreiben. Vivien dagegen, die nur deshalb in der Kleinstadt vor den Toren Münchens Zuflucht gesucht hat, um ihren Mann, der im Widerstand tätig ist, nicht zu gefährden, wartet nur auf ein Zeichen, um zu ihm zurückzukehren. Während Maria zu ihrer verträumten Tochter Anna nur schwer Zugang findet, sind Vivien und ihre Tochter Antonia einander sehr ähnlich.
Doch je schmerzhafter die täglichen Einschränkungen werden, je näher der Krieg ihnen kommt und je größer die Gefahren von Denunziation und Anfeindungen werden, desto enger rücken die beiden Frauen zusammen …

 

 

Meine Meinung: 

"Die Stunde unserer Mütter" ist ein Roman der Autorin Katja Maybach. Auf dieses Buch habe ich mich sehr gefreut, da ich mir vom Inhalt eine emotionale und bewegende Geschichte in den Kriegsjahren versprochen habe. Ob ich diese auch bekommen habe, verrate ich euch jetzt.

 

In dieser Geschichte geht es um die beiden Protagonistinnen Maria und Vivien. Maria ist in ihrer Ehe mit dem Forstbeamten Werner nicht mehr allzu glücklich und zweifelt mittlerweile an dieser Entscheidung. Das merkt sie auch wenn sie einen Brief mit der Feldpost erhält. Für Maria ist die entstandene Distanz schwer auszuhalten und sie ringt bei jedem Brief mit sich, wie sie auf die Zeilen ihres Mannes antworten soll. 

 

Vivien hingegen leidet sehr unter der erzwungenen Trennung von ihrem Mann Philipp. Philipp ist im Widerstand aktiv und Vivien ist nur in die Kleinstadt nahe München gezogen, um ihn nicht zu gefährden. Die beiden Frauen könnten nicht unterschiedlicher sein und merken dennoch in der harten und entbehrungsreichen Zeit, was sie aneinander haben ...

 

 


 

Der Einstieg in diesen Roman ist mir gut gelungen. Katja Maybach hat einen flüssigen und bildhaften Schreibstil, der auch die beschriebenen Emotionen so rüberbringt, dass sie bei mir als Leserin angekommen sind. Neben der eigentlichen Handlung finden sich in diesem Buch auch eingeflochtene Feldpostbriefe und Tagebuchauszüge, die von Katja Maybach's eigenem Vater stammen. Dieser Aspekt hat mir die Geschichte nocheinmal näher gebracht, was ich toll fand.  

 

Die Ausarbeitung der Charaktere hat mir gut gefallen. Ich mochte beide Protagonistinnen auf ihre Weise, da sie beide facettenreich und interessant gezeichnet wurden. Sie vermitteln beide, dass Bild von "starken" Frauen, in den tragischen Kriegsjahren und die Autorin vermittelt die Gefühle und Gedanken beider Protagonistinnen durchaus realitätsnah.

 

Die Spannung war der einzige Punkt, mit dem mich Katja Maybach bei diesem Werk nicht ganz überzeugen konnte. Für die Seitenzahl des Buches hätte ich mir da weniger beschreibende und detaillierte Emotionen und ein bisschen mehr Dichte und Spannung gewünscht. Wo die Emotionen auf ganzer Linie begeistern konnten, war es mit der Spannung leider manchmal etwas wenig, was manche Passage langatmig wirken liess. Dennoch ist dieses Buch durchaus lesenswert, für alle die gerne Familien - und Schicksalsgeschichten aus Kriegszeiten lesen.

 

Positiv: 

* bildhafter und flüssiger Schreibstil

* liebevoll gezeichnete Charaktere

* interessante Handlung

* schöne Ergänzungen durch Tagebuchauszüge und Briefe

 

Negativ:  

* neben den geballten Emotionen kam die Spannung leider ab und an zu kurz

 

"Die Stunde unserer Mütter" ist eine emotionale und liebevoll gezeichnete Geschichte, die mir gut gefallen hat und die ich gerne weiterempfehle!

 

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