Mittwoch, 28. Juni 2017

Rezension: Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge von Ruth Hogan

Titel: Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge

Autorin: Ruth Hogan

Übersetzerin: Marion Balkenhol

Verlag: List Hardcover

Seitenzahl: 320 

ISBN-10: 3471351477

ISBN-13: 978-3471351475

Preis: 18,00 Euro

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt: 

Wir warten alle darauf, gefunden zu werden …

Auch Anthony Peardew, der auf seinen Streifzügen durch die Stadt Verlorenes aufsammelt. Jeden Gegenstand bewahrt er sorgfältig zu Hause auf. Er hofft, so ein vor langer Zeit gegebenes Versprechen einlösen zu können. Doch ihm läuft die Zeit davon. Laura übernimmt sein Erbe, ohne zu ahnen, auf welch große Aufgabe sie sich einlässt. Überrascht erkennt sie, welche Welt sich ihr in Anthonys Haus eröffnet.

Ein Roman über verlorene Dinge und zweite Chancen. Über einzelne Handschuhe, schönes Teegeschirr, begabte Nachbarinnen, unerwartete Freundschaften und zeitlose Liebe.

"Und so fing ich mit meiner Sammlung verlorener Dinge an. Vielleicht dachte ich, wenn ich jeden verlorenen Gegenstand rettete, den ich fand, würde jemand das Einzige auf der ganzen Welt retten, an dem mir wirklich etwas lag, und ich würde es eines Tages zurückbekommen, um mein gebrochenes Versprechen doch noch einzulösen." Anthony Peardew

 

 

Meine Meinung: 

"Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge" ist ein Roman der Autorin Ruth Hogan. Auf dieses Buch bin ich durch den Titel aufmerksam geworden und der Klappentext klang für mich nach einer bezaubernden und besonderen Geschichte. Und was ich nach dem Lesen dazu denke, das verrate ich euch jetzt.

 

In dieser Geschichte geht es um den Protagonisten Anthony Peardew. Anthony streift gerne durch die Stadt und widmet sich dabei besonders Dingen, die andere Menschen verloren haben. Diese Gegenstände beschriftet er sorgfältig und bewahrt sie sicher bei sich zuhause auf. Sein Plan ist es, die Gegenstände irgendwann, den Menschen zurückzugeben, die sie einst verloren hatten. Als Anthony stirbt vermacht er seiner Assistentin Laura nicht nur sein Haus, sondern auch die Aufgabe die verlorenen Gegenstände ihren Besitzern zurückzugeben. Laura beschließt ihr Erbe ehrgeizig anzutreten, aber sie muss schnell feststellen, dass die Aufgabe, die Anthony ihr hinterlassen hat, gar nicht so leicht zu bewältigen ist ...


 

Der Einstieg in dieses Buch ist mir gut gelungen. Ruth Hogan hat einen bildhaften Schreibstil, der sich flüssig lesen lässt und dennoch auch die Emotionen toll rüberbringt. Die Buchidee hat mich direkt begeistert und ich finde sie auch nach dem Lesen immer noch klasse. Jedoch muss ich sagen, dass die Autorin das Potenzial leider nicht so ganz genutzt hat. Besonders schwierig fand ich die Themensprünge und dass die angeschnittenen Themen oftmals gar nicht zuende erzählt wurden. Das hat mir nicht gut gefallen und ich habe mehr als ein paarmal gedacht, ob es nicht besser gewesen wäre, eine kleinere Anzahl an Themen ausführlicher zu beschreiben. 


Was mir gut gefallen hat, waren die eher kürzeren Einblicke, in die Geschichten der Menschen, die die verlorenen Gegenstände, aus den verschiedensten Gründen verloren haben. Hier war manche emotionale Geschichte dabei. Die Liebesgeschichte und überhaupt die Handlung um Laura konnte mich hingegen leider gar nicht überzeugen. Sie wirkte oftmals lieblos und eher wie ein Lückenfüller auf mich, was echt schade war. 


Die Ausarbeitung der Charaktere fand ich teilweise gut, zum Beispiel bei den Geschichten um die verlorenen Dinge, aber teilweise blieben mir manche Charaktere, wie zum Beispiel Laura, viel zu blass. Ich hätte gerne mehr über Anthony und sein Leben erfahren und bei den Einflechtungen zu Eunice's Geschichte fehlte mir viel zu lange der Zusammenhang zur eigentlichen Handlung. Die Auflösung fand ich in Ordnung, aber ich hatte mir mehr davon versprochen.


Positiv: 

* bildhafter und flüssiger Schreibstil

* wunderbare Buchidee

* schöne Geschichten um die verlorenen Dinge


Negativ: 

* mir blieben einige Charaktere zu blass

* der Erzählstrang um Laura war mir zu konstruiert und emotionslos

* bei manchen Themen und Einflechtungen konnte ich den Zusammenhang 

  zur eigentlichen Story nicht nachvollziehen und habe einiges eher als Randnotiz

  empfunden


"Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge" hatte wunderbare Ansätze und einiges an Emotionen zu bieten, aber leider wurde das Potenzial, in meinen Augen, nicht oft gut genug genutzt. Das fand ich schade, da die Geschichte wirklich tolle Ideen mitgebracht hat.


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