Donnerstag, 23. März 2017

Rezension: Hier musst du glücklich sein von Lisa Heathfield

Titel: Hier musst du glücklich sein

Autorin: Lisa Heathfield

Übersetzerin: Birgit Schmitz

Verlag: Carlsen

Seitenzahl: 320

ISBN-10: 3551583382

ISBN-13: 978-3551583383

Preis: 16,99 Euro

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt: 

Eine kleine Gemeinschaft, abgeschottet von der Welt. Hier ist Pearl aufgewachsen und hier fühlt sie sich sicher, denn ihr Oberhaupt Papa S. beschützt sie alle vor der vergifteten Welt da draußen. Doch als sich der gleichaltrige Ellis und seine Familie ihrer Gemeinschaft anschließen, wird Pearls Weltbild auf die Probe gestellt: Ellis wächst Pearl täglich mehr ans Herz – und er scheint nicht an die Lehren von Papa S. zu glauben! Langsam wird auch Pearl klar, dass sie fliehen müssen, um sich zu retten …

 

 

Meine Meinung: 

"Hier musst du glücklich sein" ist ein Jugendroman der Autorin Lisa Heathfield. Auf dieses Buch bin ich aufgrund des spannenden Thema's aufmerksam geworden, denn wenn sie gut beschrieben werden können solche Inhalte Jugendliche durchaus wachrütteln und auch Erwachsene noch zum Nachdenken anregen.

 

In dieser Geschichte geht es um die Protagonistin Pearl. Pearl lebt seit sie zurückdenken kann in einer kleinen Gemeinschaft, die sich komplett von der Welt zurückgezogen hat. Das Oberhaupt Papa S. behauptet, dass die Welt, außerhalb der Gemeinschaft vergiftet ist und dass er sie alle davor beschützen wird. 

 

Pearl hat nie an den Worten von Papa S. gezweifelt, da es keinen Grund dazu hab, aber als der gleichaltrige Ellis und seine Familie sich der Gemeinschaft anschließen, beginnt Pearl's bisheriges Weltbild zu schwanken. Schnell wird klar, dass Ellis nicht an die Lehren von Papa S. glaubt und auch Pearl, der Ellis mehr und mehr ans Herz wächst, beginnt Dinge zu bezweifeln. Flucht scheint letztlich der einzige Ausweg zu sein, aber kann sie trotz der starken Kontrolle überhaupt gelingen?

 

 

Der Einstieg in diese Geschichte ist mir gut gelungen. Lisa Heathfield erzählt die Geschichte aus der Sicht der Protagonistin Pearl, was auf den ersten Blick sehr einfach und naiv wirkt. Wenn man allerdings manche Konstellationen, besonders mit den männlichen Sektenmitgliedern anschaut, wurde mir manchmal ganz anders, denn es war durch die Blume sehr deutlich auf welche Übergriffe alles hinauslaufen würde. Das fand ich zum Teil gut gemacht, da es beim Lesen sehr unter die Haut geht, aber ich bin nicht ganz sicher, ob jüngere LeserInnen mit solchen Erkenntnissen schon immer umgehen  können. 

 

Die Thematik wird durch Pearl sehr eindringlich rübergebracht und Lisa Heathfield schafft es auch die Manipulationen innerhalb der Gemeinschaft glaubwürdig rüberzubringen, was ich gut fand. Leider gab es dann aber auch Dinge, die ich als zu unrealistisch empfunden habe, wie zum Beispiel, dass Ellis und seine Familie einfach so dazustoßen und keiner mit Problemen, in Form von Schilderungen der wahren Außenwelt rechnet. Ich denke, dass sowas in einer Sekte von vornherein vermieden werden würde. 

 

Die Handlung ist ruhig und lebt ganz klar durch die Emotionen und Pearl's Erkenntnisse. Das ist durchaus bewegend und ich habe manches Mal mit ihr mitgefühlt, da für das junge Mädchen ja ihr ganzes Weltbild auf den Kopf gestellt wird. Spannend war die Geschichte, für mich, nur am Ende, wozu auch der Cliffhanger beigetragen hat. In punkto Glaubwürdigkeit und Spannung kommt die Geschichte für mich nicht ganz an beispielsweise "Gated" von A. C. Parker heran, was ich aber nicht so tragisch finde, da es noch einiges an Potenzial für die Fortsetzung zu geben scheint. Von mir gibt es für den Auftakt 3,4 Rosen, abgerundet auf 3.

 

Positiv: 

* flüssiger Schreibstil

* einige Themen regen extrem zum Nachdenken an

* die Protagonistin wirkte in ihrer Entwicklung glaubwürdig auf mich

 

Negativ: 

* ich hätte mich über ein bisschen mehr Spannung gefreut 

* einige Geschehnisse waren, für meinen Geschmack, zu unrealistisch

 

 "Hier musst du glücklich sein" ist ein Buch mit einigen eindringlichen Inhalten, die zum Nachdenken anregen und schockieren. Manches war mir leider zu einfach gestaltet und nicht immer realistisch. Dennoch finde ich das Buch durchaus lesenswert und sehe noch einiges an Potenzial für die Fortsetzung!

 

Kommentare:

  1. Huhu Petra,

    genau das Gleiche hab ich bei dem Buch auch bemängelt. Vor allem das, dass es echt unwahrscheinlich wäre, dass eine Sekte so einfach eine Familie von außen aufnehmen würde. Ich fand die Gated-Reihe auch um einiges besser, aber bin schon gespannt, ob die Autorin in der Fortsetzung noch einen drauf setzen kann.

    Liebe Grüße,
    Steffi vom Lesezauber

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    1. Hey Steffi,
      ja ich hatte ja auch "Gated" gelesen und habe da halt ein bisschen die Vergleiche gezogen. Ob ich die Fortsetzung noch lesen werde lasse ich mir hier erstmal noch offen.
      Liebste Grüße, Petra

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