Mittwoch, 15. Februar 2017

Rezension: Wenn die Organe ihr Schweigen brechen und die Seele streikt von Annelie Keil

Titel: Wenn die Organe ihr Schweigen brechen und 

         die Seele streikt

Autorin: Annelie Keil 

Verlag: Goldmann

Seitenzahl: 272

ISBN-10: 3442221773

ISBN-13: 978-3442221776

Preis: 9,99 Euro

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt: 

Wenn wir eine medizinische Diagnose wie Brustkrebs, Demenz oder Depression erhalten, steht das Leben Kopf und wir vor einem persönlichen Aufruhr. Überfallartig fliegen medizinische Begriffe wie giftige Pfeile durch den Alltag, erzeugen Zweifel, Angst oder innere Betäubung. Auf unterschiedlichste Weise ruft das Leben um Hilfe, stellt Fragen und sucht auf allen Ebenen nach Antworten, die die körperliche, seelische, soziale Dimension des Geschehens verstehbar und aushaltbar machen könnten. Aber der Mensch ist mehr als sein Befund! Nicht die Krankheit als medizinischer Sachverhalt, sondern das Kranksein, das Erleben der Krankheit rütteln den betroffenen Menschen wach. Die renommierte Gesundheitswissenschaftlerin Annelie Keil zeigt uns, wie wir trotz Krankheit ein erfülltes Leben in eigener Verantwortung führen können.

 

  

Meine Meinung: 

"Wenn die Organe ihr Schweigen brechen und die Seele streikt" ist ein Ratgeber / Sachbuch der Autorin Annelie Keil. Auf dieses Buch war ich sehr gespannt, da ich die Thematik sehr interessant finde und Annelie Keil bereits auf einem ihrer Vorträge total sympathisch fand. 

 

In diesem Buch geht es um das Thema Krankheiten im weitesten Sinne. Annelie Keil beschreibt, was eine Diagnose wie Brustkrebs, Demenz oder auch Depression bei einem Menschen auslösen kann und welche Folgen dies für das Leben der Person hat. Es geht hier um die körperlichen und die seelischen Auswirkungen, aber auch um die Auswirkungen auf das eigene soziale Umfeld. 


Zudem beschreibt die Autorin, warum der Mensch mehr ist als sein Befund. Denn es ist nicht die Diagnose, die den Menschen wachrüttelt, sondern sein ganz eigenes Erleben der Krankheit. Besonders passend zu diesem Thema gibt Frau Keil Anregungen, wie es gelingen kann, trotz Krankheit, ein erfülltes Leben zu haben, in dem die eigene Verantwortung nicht zu kurz kommen muss. 


Der Einstieg in dieses Buch ist mir gut gelungen. Der Schreibstil von Annelie Keil ist gut zu lesen, aber eher anspruchsvoller. Man findet einige Fachwörter und auch die Beschreibungen lassen sich häufig nicht "mal eben" lesen. Mir hat das gut gefallen, aber es fehlten mir manches Mal ein paar mehr Beispiele für Alltagssituationen. 


Ich hatte als Leserin den Eindruck, dass man eher Fachwissen erhält, anstatt praktischer Anleitungen, was manche Leser/Leserinnen vielleicht enttäuschen könnte. Daher würde ich das Buch auch eher als Sachbuch, statt als Ratgeber einordnen. 


Man erhält viele Informationen zu den Themen Krankheit und Gesundheit und ein besonderes Augenmerk legt die Autorin hierbei auf die psychischen und psychosomatischen Faktoren, sowie auf die Auswirkungen auf das eigene soziale Umfeld der Betroffenen. Sehr gut fand ich, dass Frau Keil viel Wert auf die eigene Verantwortung legt und auch deutlich macht, wie wichtig es, besonders für beeinträchtigte Menschen ist, autonom zu bleiben!


Positiv: 

* tolle, fachliche Einblicke in die Thematik

* vielschichtige Inhalte

* interessante Sichtweise zur Autonomie

* guter Buchaufbau


Negativ: 

* der Schreibstil ist manchen LeserInnen vielleicht zu fachsprachlich

* es gibt weniger Tipps für den Alltag


"Wenn die Organe ihr Schweigen brechen und die Seele streikt" bietet interessante Einblicke in eine vielschichtige Thematik. Das Buch ist gut aufgebaut, aber es ist, meiner Meinung nach, eher Sachbuch, anstatt Ratgeber!

 

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