Sonntag, 18. Dezember 2016

Rezension: Wolfsbeute von Bernard Minier

Titel: Wolfsbeute

Band: 3 von ?

Autor: Bernard Minier

Übersetzerin: Antoinette Gittinger

Verlag: Droemer TB

Seitenzahl: 640

ISBN-10: 3426304589

ISBN-13: 978-3426304587

Preis: 14,99 Euro 








Inhalt: 

Eine Frau verliert die Kontrolle über ihr Leben.
Ein Stalker manipuliert mit perfiden Methoden
Ein Kommissar kämpft mit den Schrecken der Vergangenheit

Wer ist Täter? Wer ist Opfer? Spiegel-Bestsellerautor Bernard Minier spielt mit den Vorstellungen des Lesers, entwirft das eiskalte Psychogramm
eines Stalkers und zieht den Leser in eine Geschichte hinein, deren Facettenreichtum elektrisiert.
Toulouse: Das Unheil beginnt mit einem verstörenden anonymen Brief eines vermeintlichen Selbstmörders. Zunächst glaubt Radio-Moderatorin Christine Steinmeyer an einen Irrläufer, der da in ihrem Briefkasten gelandet ist. Doch dann meldet sich in ihrer Live-Radiosendung ein Mann zu Wort, der Christine für den Tod eines Menschen verantwortlich macht.
Zeitgleich erhält Kommissar Martin Servaz einen Hotelzimmerschlüssel zugeschickt. Zimmer 117, im Hotel Wilson in Toulouse. Dort hatte sich vor einem Jahr eine Künstlerin auf grauenvolle Art das Leben genommen. Angeblich. Wer ist der ominöse Absender dieser Schlüssel-Botschaft? 

 

 

 

Meine Meinung: 

"Wolfsbeute" ist der dritte Band der Thrillerreihe um den Kommissar Martin Servaz, geschrieben von Bernard Minier. Für mich war es das erste Buch des Autors und ich habe auch problemlos in die Geschichte hineingefunden, auch wenn mir manches an Vorwissen über die Ermittler fehlte. Hilfreich waren teilweise Rückblenden und kleine Erläuterungen, die mir halfen für mich selbst die wichtigsten Geschehnisse rund um den Protagonisten zu rekonstruieren. Die Handlung dieses Buches ist in sich abgeschlossen, aber ich würde empfehlen zunächst die vorangegangenen Bände zu lesen. 

 

In der Geschichte geht es um die Protagonistin Christine Steinmeyer. Christine ist Radiomoderatorin und beruflich wie auch privat sehr glücklich. Doch als die junge Frau an Weihnachten einen Brief in ihrem Briefkasten findet, der den Selbstmord eines Menschen ankündigt gerät ihr Leben aus den Fugen. Zunächst glaubt Christine, dass der Brief wahrscheinlich versehentlich bei ihr gelandet ist, aber als sie in ihrer Live-Sendung von einem Mann beschuldigt wird, einen Selbstmord nicht verhindert zu haben, wird ihr das Ausmaß des Ganzen erst langsam bewußt ...

 

Zeitgleich versucht sich Martin Servaz von den schrecklichen Erlebnissen in der letzten Zeit zu erholen und befindet sich in einer Reha. Doch als er dort ein Päckchen mit einem Schlüssel für ein Zimmer in einem Nobelhotel in Toulouse zugestellt bekommt beginnt er nachzuforschen, nichtsahnend auf was er dabei stoßen könnte ...

 


Der Einstieg in diesen Thriller ist mir gut gelungen. Bernard Minier hat einen eher knapp gehaltenen Schreibstil, der sich aber problemlos und flüssig lesen lässt. Schön fand ich die verschiedenen Handlungsstränge, mit deren Inhalten der Autor sehr geschickt eine schöne Spannung aufbaut. 

 

Das Thema Stalking wird hier authentisch und eindrücklich vermittelt, was mir gut gefallen hat. Die Beschreibungen gehen unter die Haut und Herr Minier versteht sich in dieser Thematik darin, dem Leser/ der Leserin menschliche Abgründe zu offenbaren. 

 

Die Charaktere haben mir gut gefallen, da sie aus dem Leben gegriffen sein könnten. Das lag nicht zuletzt daran, dass die Emotionen, wie Ängste oder auch die Depression von Martin Servaz glaubhaft vermittelt werden. Die Handlung ist interessant und vielschichtig aufgebaut und ich habe es als sehr gelungen empfunden auf welche raffinierte Weise der Autor den Leser/die Leserin immer wieder in die Irre führt. Das ist meiner Meinung nach ein großes Plus, was nicht in jedem Thriller zu finden ist. 

 

Für mich war das einzige Problem an der Geschichte, dass ich mir gewünscht hätte auch als Neueinsteiger in die Reihe ein bisschen mehr aus den vorigen Teilen zu erfahren. So hatte ich eher ein unvollständiges Bild von Kommissar Martin Servaz. Das hat zwar nicht den Buchaufbau und den Fall beeinflusst, aber ich mag es persönlich einfach mehr die Charaktere richtig zu "kennen".

 

Positiv: 

* flüssiger Schreibstil

* vielschichtige Handlung

* schöner Spannungsaufbau

 

Negativ: 

* für Neueinsteiger in die Reihe hätte ich ein paar kurze Rückblicke mehr, als hilfreich empfunden, um den besten Zugang zum Ermittler zu finden

 

"Wolfsbeute" ist ein raffiniert aufgebauter Thriller, der mir durch seine Vielschichtigkeit und die Wendungen tolle Lesestunden beschert hat!

 

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