Montag, 26. Dezember 2016

Rezension: Das Geheimnis der Schneekirsche von Lisa Marcks

 

Titel: Das Geheimnis der Schneekirsche

Autorin: Lisa Marcks

Verlag: Goldmann

Seitenzahl: 416

ISBN-10: 3442484804

ISBN-13: 978-3442484805

Preis: 9,99 Euro

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt: 

Berlin 1913. Kurz vor Weihnachten erreicht die junge Lehrerin Selma Wallenstein ein Telegramm ihres Vaters: Ihre Mutter ist schwer erkrankt. Hals über Kopf begibt sich Selma auf die Reise ins ferne Tsingtau, wo ihr Vater in der deutschen Kolonialverwaltung arbeitet. Dort angekommen, entdeckt Selma eine faszinierende neue Welt. Und sie begegnet völlig unverhofft ihrer großen Liebe Paul wieder, den sie seit Jahren nicht gesehen hat. All die Gefühle, die Selma so lange verdrängt hat, kehren mit Macht zurück. Doch bevor die beiden sich einander wieder annähern können, trennt das Schicksal sie erneut. – Für immer?

 

 

 Meine Meinung:

"Das Geheimnis der Schneekirsche" ist ein Roman der Autorin Lisa Marcks. Auf dieses Buch war ich schon sehr gespannt, da mich der Klappentext gleich neugierig gemacht hat. Ich mag Familiensagas und auf eine schöne Liebesgeschichte habe ich mich ebenfalls mal wieder gefreut. 


In dieser Geschichte geht es um die Protagonistin Selma Wallenstein. Selma ist im Jahr 1913 als junge Lehrerin in Berlin tätig, als sie ein unerwartetes Telegramm ihres Vaters erhält, in dem er sie bittet zu ihnen nach Tsingtau zu reisen, da ihre Mutter schwer erkrankt sei.

 

Also macht sich Selma auf die beschwerliche Reise ins ferne Tsingtau und entdeckt dort angekommen eine faszinierende, neue Welt. Auf der Reise freundet sie sich mit der jungen Elisabeth an, die auf dem Weg zu ihrem noch unbekannten Ehemann reist und von ihrem Paten erwartet wird. Doch als Selma schließlich vor Elisabeth's Paten steht ist sie geschockt, denn vor ihr steht Paul, ihre große Liebe, die sie nie vergessen konnte ...



Der Einstieg in diesen Roman ist mir gut gelungen. Lisa Marcks hat einen schön bildhaften Schreibstil und zudem lässt die Geschichte sich flüssig lesen. Die Sprache ist meistens den Jahren angeglichen, in denen sie spielt, aber manchmal haben sich auch Ausdrücke eingeschlichen, die ich diesen Epochen nicht zugeordnet hätte. Letzteres war aber wirklich selten der Fall, sodass es mich nicht allzu sehr gestört hat.


Die Handlung ist ein bisschen anders, als ich sie mir vom Klappentext versprochen hatte, denn die von mir erwartete Liebesgeschichte spielt eher eine kleine Randrolle und kommt zudem nur sehr knapp gehalten vor. Stattdessen erwartete mich eine vielschichtige Familiengeschichte, bei der ich manchmal den Eindruck hatte, dass zuviele Themen bearbeitet werden sollen und so der Großteil leider eher oberflächlich angerissen wird. Ich mag es lieber, weniger Themen zu verfolgen, die aber dafür richtig viel Tiefgang haben. 


Neben den Konstellationen und Erlebnissen innerhalb Selma's Familie und ihrem Umfeld, erfährt der Leser/die Leserin viel über die Gegebenheiten Tsingtau's und die beschreibende Art der Autorin hat ein schönes Kopfkino in Gang gebracht. Was ich zudem liebevoll und schön gemacht fand war, dass es zu Beginn jedes Kapitels eine Pflanze gab, die mit ihren Wirkweisen in punkto Duft/Aromatherapie vorgestellt wurde. Die Idee dieses Thema's wird auch in der Person Selma Wallenstein fortgeführt und hat mir sehr gut gefallen!


Die Charaktere wurden authentisch ausgearbeitet und liebevoll gezeichnet. Zwar gab es auch das ein oder andere Klischee, aber das fand ich zu verschmerzen. Was mich leider ziemlich gestört hat ist, dass manche Entwicklungen einfach abgehakt und vergessen wurden, statt sie zuende auszuarbeiten. Hier war es zum Beispiel öfter der Fall, dass Selma etwas erlebt und angeblich soviel empfindet, dann aber ganz nüchtern und komplett entgegengesetzt handelt. Das habe ich zwei drei mal als viel zu widersprüchlich empfunden und hätte es mir anders gewünscht!


Positiv: 

* toller, bildhafter Schreibstil

* gute Ausarbeitung der Charaktere

* vielschichtige historische Informationen, die ein schönes Setting ermöglichen

* die Informationen über die verschiedenen Pflanzen und ihre Wirkweisen fand ich toll


Negativ: 

* manche Entwicklungen wurden nicht zuende ausgearbeitet

* die Protagonistin handelt manchmal sehr widersprüchlich

* die angedeutete Liebesgeschichte ist kaum vorhanden und nicht der Kern der Story


"Das Geheimnis der Schneekirsche" ist eine vielschichtige Familiengeschichte, in einem bildhaft beschriebenen, historischen Setting, die mir gut gefallen hat, von der ich mir aber dem Klappentext nach, mehr Liebesgeschichte erwartet hatte!

 

Kommentare:

  1. Hallo und nochmals Frohe WEihnachten, liebe Petra!

    Dieses Buch habe ich auch und bin nach deiner REzi schon sehr gespannt auf die Lektüre. Ich hoffe noch, dass ich mindestens 4 Sterne vergeben kann.

    LG sommerlese

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey du,
      das ist dir ja geglückt und ich hab mich gefreut, dass es dir so gut gefallen hat!
      Liebe Grüße, Petra

      Löschen
  2. Hallo Petra :)
    Familiensagen sind nicht so mein Ding, aber deine Rezension ist wirlich sehr schön. Gefällt mir, wie du so viele Punkte ansprichst und am Ende noch einmal das Postive/negative auflistest.

    Ganz liebe Grüße,
    Nala ♥

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Huhu Nala,
      danke dir für die lieben Worte. Es freut mich sehr, dass du meine Rezensionen magst!
      Liebe Grüße, Petra

      Löschen