Samstag, 5. November 2016

Rezension: Und nebenan warten die Sterne von Lori Nelson Spielman

Titel: Und nebenan warten die Sterne 

Autorin: Lori Nelson Spielman

Übersetzerin: Andrea Fischer

Verlag: Fischer Krüger

Seitenzahl: 384

ISBN-10: 3810524719

ISBN-13: 978-3810524713

Preis: 14,99 Euro

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt: 

Als Annie erfährt, dass ihre Schwester Kristen bei einem Zugunglück gestorben ist, bricht eine Welt für sie zusammen. Sie sollten beide in diesem Zug sein – auf dem Weg zur Uni. Annie fühlt sich schuldig am Tod ihrer Schwester. Sie sucht Trost bei ihrer Mutter Erika, doch diese flüchtet sich in ihre Arbeit. Annie begreift nicht, was mit ihrer liebevollen Mutter passiert ist, die für jedes Tief einen Rat wusste, deren Lachen so ansteckend war und deren Liebe die Familie zusammenhielt.

Erika weiß nicht wohin mit ihrer Trauer um Kristen, möchte aber vor Annie keine Schwäche zeigen – bis diese plötzlich verschwindet. In ihrer Verzweiflung denkt sie immer wieder an eine Lebensweisheit ihrer Mutter „Verwechsle niemals das, was wichtig ist, mit dem, was wirklich zählt“. Erika wird klar: Sie muss Annie finden! Sonst verliert sie auch noch ihre zweite Tochter.
Sonst verliert sie vielleicht alles.

 

 

Meine Meinung: 

"Und nebenan warten die Sterne" ist ein Roman der Autorin Lori Nelson Spielman. In diesem Buch geht es um die Protagonistinnen Erika und Annie. Annie ist neunzehn Jahre alt und ein besonnener vorsichtiger Mensch. Sie traut sich wenig zu und ist ihrer Mum Erika innig verbunden. Ihre Schwester Kristen ist lebensfroh, leichtsinnig und manchmal auch etwas zu risikobereit, also eigentlich Annie's komplettes Gegenteil und trotzdem lieben sich die Schwestern sehr. 

 

Kurz bevor für beide das Studium losgeht ist alles in Aufruhr und Erika verspricht ihren Töchtern sie zur Uni zu fahren. Als sie dieses Versprechen jedoch wegen ihrer Arbeit nicht einhält nimmt Kristen den Zug und dieser verunglückt auf der Bahnstrecke. Was Erika zunächst nicht weiß ist, dass Annie nicht in dem Zug saß.  Gefangen in ihrem jeweiligen Unglück kommt es zwischen den beiden Frauen immer mehr zu unausgesprochenem und eine Annäherung steht in den Sternen. Können es Mutter und Tochter schaffen wieder zueinander zu finden?

 


 Der Einstieg in diesen Roman ist mir gut gelungen. Lori Nelson Spielman hat einen sehr angenehm zu lesenden und flüssigen Schreibstil, der mir gut gefallen hat. Was mir ganz besonderes gefallen hat war, dass die Autorin die beschriebenen Emotionen wirklich toll rüberbringt, sodass sie auch bei mir als Leserin angekommen sind. Leider war dieses emotionale, was mir so gut gefallen hatte, nach und nach immer weniger und im weiteren Verlauf der Geschichte kam gerade das gefühlvolle und bewegende nicht mehr so bei mir an, wie zu Beginn. Das fand ich echt schade. 

 

Die Handlung besticht durch die emotionale Thematik und vieles in der Geschichte regt beim Lesen auch zum Nachdenken an. Ich muss sagen, dass das erste Drittel des Buches mich echt gefesselt hat, aber danach verlor die Geschichte für mich nicht nur an Dichte, sondern auch an Besonderem. Gegen Ende gab es immer mehr Widersprüche im Verhalten der Charaktere und auch in deren Ansichten. Ich war da manches Mal ziemlich verblüfft und das leider nicht im positiven.

 

Die Charaktere waren gut ausgearbeitet, aber ich habe zu keinem von ihnen den Zugang gefunden, den ich mir gewünscht hätte. Jeder Charakter macht eine Entwicklung durch, aber ich muss gestehen, dass ich beide Entwicklungen, sowohl bei Annie als auch bei Erika, nur bedingt glaubwürdig empfunden habe. Das hat bei mir leider einen etwas bitteren Nachgeschmack des Konstruierten hinterlassen, was ich sehr schade fand. 

 

Positiv:

* teilweise tolle Vermittlung der Emotionen

* Themen in der Geschichte regen zum Nachdenken an

 

Negativ: 

* die Entwicklung der Charaktere wirkte auf mich konstruiert

* es blieben einige Fragen offen, bzw. Handlungen wurden nicht näher erklärt

* vieles blieb gegen Ende der Geschichte an der Oberfläche und manche Geschehnisse wirkten aufgesetzt auf mich

 

"Und nebenan warten die Sterne" ist ein Roman, der viel Potenzial in sich hatte, welches aber leider nicht komplett genutzt wurde. Zudem waren mir einige Dinge zu wenig erläutert und wirkten dadurch ziemlich aufgesetzt auf mich. Das fand ich sehr schade, vorallem weil ich den Anfang als sehr gelungen empfunden habe!

 

 

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