Dienstag, 22. November 2016

Rezension: Das Paket von Sebastian Fitzek

 

Titel: Das Paket

Autor: Sebastian Fitzek

Verlag: Droemer HC

Seitenzahl: 368

ISBN-10: 3426199203

ISBN-13: 978-3426199206

Preis: 19,99 Euro

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt: 

Der neue Psychothriller von Sebastian Fitzek!
Seit die junge Psychiaterin Emma Stein in einem Hotelzimmer vergewaltigt wurde, verlässt sie das Haus nicht mehr. Sie war das dritte Opfer eines Psychopathen, den die Presse den »Friseur« nennt – weil er den misshandelten Frauen die Haare vom Kopf schert, bevor er sie ermordet.
Emma, die als Einzige mit dem Leben davonkam, fürchtet, der »Friseur« könnte sie erneut heimsuchen, um seine grauenhafte Tat zu vollenden. In ihrer Paranoia glaubt sie in jedem Mann ihren Peiniger wiederzuerkennen, dabei hat sie den Täter nie zu Gesicht bekommen. Nur in ihrem kleinen Haus am Rande des Berliner Grunewalds fühlt sie sich noch sicher – bis der Postbote sie eines Tages bittet, ein Paket für ihren Nachbarn anzunehmen.
Einen Mann, dessen Namen sie nicht kennt und den sie noch nie gesehen hat, obwohl sie schon seit Jahren in ihrer Straße lebt ...  

 

 

Meine Meinung: 

"Das Paket" ist der neueste Psychothriller des Autors Sebastian Fitzek. Ich freue mich jedes Jahr auf das neue Buch des Autors, da ich einige seiner Thriller sehr gut fand und daher war ich auch auf dieses neue Werk total neugierig!

 

In diesem Thriller geht es um die junge Emma Stein. Emma arbeitet als Psychiaterin und seit sie nach einem Vortrag bei einem Kongress, anschließend in ihrem Hotelzimmer vergewaltigt wurde, verlässt sie ihr Haus nicht mehr. Emma ist das dritte Opfer des "Friseurs" geworden, ein Serienmörder der seine Opfer erst vergewaltigt, ihnen die Haare abrasiert und sie anschließend tötet. Emma war jedoch die einzige Frau, die den Angriff überlebt hat. 

 

Seit diesem Trauma ist für Emma nichts mehr wie es war und sie hat fürchterliche Angst, dass der Täter an ihr sein Werk vollenden könnte. Da sie den Täter nie gesehen hat, glaubt Emma, dass jeder Mann ihr Peiniger sein könnte. Als der Postbote sie eines Tages bittet ein Paket für einen Nachbarn anzunehmen, dessen Namen Emma nicht kennt, will sie zunächst ablehnen, aber letztlich nimmt sie das Paket an. Nichtsahnend welche Kette von Ereignissen dieses Paket noch auslösen soll ...

 


 Der Klappentext des Buches klang für mich genauso vielverprechend, wie die Aufmachung gleich ein totaler Blickfang ist. Das hat mir beides richtig gut gefallen und es gelingt auch kaum dran vorbei zu gehen, ohne zumindest einen näheren Blick darauf zu werfen. Der Einstieg in diese Geschichte ist mir gut gelungen.

 

Der Schreibstil von Sebastian Fitzek ist gewohnt flüssig zu lesen und besticht durch klare, eher knappere Beschreibungen und direkte Aussagen. Ich mag die Art, weil sie gut zum Buchinhalt passt, aber in einem Punkt fand ich die Beschreibungen nicht gut gelungen und das war in den Passagen, in denen Emma selbst gedanklich oder verbal zu ihrer Vergewaltigung Stellung nimmt. Manche Worte und Aussagen fand ich da nicht nur unglaubwürdig, sondern auch unglücklich gewählt für eine Frau, die Opfer einer solchen Tat gewesen sein soll. Das hat mich schon gestört. 

 

Die Handlung besticht durch eine Vielschichtigkeit und verschiedene Handlungselemente, die am Ende alle logisch erklärt und aufgelöst werden. Leider muss ich gestehen, dass mir die Dramatik in diesem Fall häufig ein bisschen zuviel des Guten war. Um nicht zu spoilern kann ich hier leider nicht zuviel verraten, aber allgemein waren einige Geschehnisse, meiner Meinung nach, einfach viel zu gewollt und überzogen!

 

Was mir ebenfalls aufgefallen ist, ist, dass das Paket, welches laut Beschreibung und Aufmachung eine sehr zentrale Rolle spielen soll, im Laufe der Geschichte eher nur noch am Rande erwähnt wird und das war mir zu wenig. Ich hatte mir mehr Zusammenhang zu Emma's Erlebnissen gewünscht und habe das so als unzureichend empfunden. Die Spannung kam immer mal wieder auf, aber es gab auch Passagen, die ich als ein bisschen zu zäh empfunden habe! 

 

Im großen und ganzen waren die Passagen, in denen man rätselt, ob etwas wirklich passiert ist oder nur in einer Vorstellung nicht schlecht, aber ich habe den ganzen Aufbau auch immer als ein bisschen zu ungeordnet empfunden. Das hat meine Lesefreude ein bisschen getrübt, vorallem da ich es aus anderen Fitzek Thrillern viel besser kenne.  

 

Positiv: 

* flüssiger Schreibstil

* einige Passagen waren schön spannend

* die Buchidee hat mir gut gefallen

 

Negativ: 

* in meinen Augen gab es zuviel Drama an verschiedenen Punkten

* das missbrauchte Opfer wurde nicht immer realistisch dargestellt

* es gab mir zuviele Handlungselemente, die in der Masse manchmal nur ungeordnet auf mich wirkten

 

"Das Paket" ist ein solider Psychothriller mit guten Ansätzen, der sich gut lesen lässt, mich aber leider in einigen Punkten nicht überzeugen konnte! Ich hatte mir von der Geschichte mehr erhofft.

 

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