Freitag, 21. Oktober 2016

Rezension: Mädchentod von Julia Heaberlin

Titel: Mädchentod

Autorin: Julia Heaberlin

Übersetzerin: Karin Dufner

Verlag: Goldmann

Seitenzahl: 448

ISBN-10: 3442483980

ISBN-13: 978-3442483983

Preis: 9,99 Euro

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt: 

Kurz vor ihrem 17. Geburtstag wurde Tessa Cartwright halb begraben auf einem Feld in Texas gefunden – inmitten menschlicher Gebeine, kaum am Leben und ohne Erinnerung an ihre Entführung. Als einzige Überlebende eines Serienkillers gelangte sie zu zweifelhaftem Ruhm. Ihr Peiniger wurde schließlich gefasst. Knapp zwei Jahrzehnte sind seitdem vergangen – doch plötzlich erhält Tessa verstörende Nachrichten. Nachrichten, die nur vom Täter kommen können. Sitzt ein Unschuldiger in Haft? Will der Mörder sein Werk vollenden? Tessa muss die Wahrheit finden – und schneller sein als der Killer.

 

 

Meine Meinung: 

"Mädchentod" ist ein Psychothriller der Autorin Julia Heaberlin. Bei diesem Buch hat mich der vielversprechende Klappentext direkt angesprochen, daher war ich mir schnell sicher, dass ich es lesen möchte!

 

In dieser Geschichte geht es um die Protagonistin Tessa Cartwright. Tessa ist fast siebzehn Jahre alt, als sie entführt und inmitten menschlicher Gebeine eingegraben, auf einem Feld aufgefunden wird. Die junge Frau kann sich allerdings an nichts erinnern, was mit ihrer Entführung zu tun hat und zudem hat sie selbst nur äußerst knapp überlebt! Doch schon einige Monate nach den fürchterlichen Erlebnissen wird ein Mann verhaftet, dem die Taten angelastet werden. 

 

Nun beinahe zwanzig Jahre nachdem Tessa vor Gericht ausgesagt hat, kommt es zu Zweifeln an der Schuld des Täters. Zudem sind Tessa's Erinnerungen immer noch nicht wieder zurückgekehrt, weshalb sie eine erneute Therapie beginnt. Zudem machen Tessa die Nachrichten zu schaffen, die sie seit Jahren bekommt, denn diese führen bei ihr zu starken Zweifeln, ob überhaupt der richtige Täter im Gefängnis sitzt ...

 



Der Einstieg in diesen Thriller ist mir gut gelungen. Julia Heaberlin hat einen angenehm zu lesenden und flüssigen Schreibstil! Erzählt wird die Geschichte in zwei verschiedenen Erzählstrangen, aber beide Male aus der Sicht von der Protagonistin Tessa. Unterscheiden kann man die Erzählstränge gut, da sie mit Tessie und Tessa und manchmal auch mit Jahreszahlen betitelt sind, was mir gut gefallen hat. 

 

Zu Beginn hatte ich so meine Probleme mit dem Buch, da die Autorin einen als Leser/Leserin plötzlich in die Geschehnisse hineinwirft. Nach einer Weile hatte ich mich zwar daran gewöhnt, aber mir haben einige Erklärungen oder Erläuterungen gefehlt, was sich leider wie ein roter Faden durch das Buch zieht. Die Charaktere hat die Autorin gut ausgearbeitet, aber ich muss gestehen, dass mir manches ein bisschen zu unglaubwürdig war. Zum Beispiel merkt man bei den verschiedenen Erzählsträngen keine Unterschiede in der Art der Protagonistin, obwohl ja zwanzig Jahre dazwischen liegen sollen. Das hat mich schon ein wenig gestört. Zudem ist die junge Tessa häufig viel zu flapsig und gewollt ironisch und sarkastisch, was ich mir für einen Traumapatienten nicht so ganz vorstellen kann. Hier wäre weniger, für mich, mehr gewesen.

 

Die Handlung ist interessant aufgebaut und ich habe die Entwicklung interessiert verfolgt. Ich habe es genossen, wie die Autorin die Spannung aufgebaut hat und ich fand es faszinierend, wie sie mich als Leserin immer wieder in die Irre geführt hat. Das war sehr gelungen. Leider gab es aber neben den klasse aufgebauten Passagen, auch Momente in denen die guten Ansätze leider nicht weiterverfolgt wurden und das fand ich echt schade. Denn ohne diese Dinge hätte dieses Buch das Zeug für einen sehr guten Psychothriller. So wurde das Potenzial leider nicht richtig genutzt! Von mir gibt es daher 2,5 Rosen, aufgerundet auf 3!

 

Positiv:

* angenehmer und flüssiger Schreibstil

* gute und spannende Grundidee

 

Negativ: 

* einige Ansätze wurden nicht weiterverfolgt

* manche Beschreibungen wirkten unglaubwürdig auf mich

* es gibt kein Vorwissen für den Leser, was den Fall betrifft

 

"Mädchentod" bietet sehr gute Ansätze und einiges an Spannung, aber leider gab es auch viel Potenzial, welches leider ungenutzt blieb, wodurch mich die Geschichte etwas zwiegespalten zurückgelassen hat!

 

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