Dienstag, 20. September 2016

Rezension: Nebelschrei von Sam Baker

Titel: Nebelschrei

Autorin: Sam Baker

Übersetzerin: Evelin Sudakowa - Blasberg

Verlag: Diana

Seitenzahl: 448

ISBN-10: 3453358880

ISBN-13: 978-3453358881

Preis: 9,99 Euro

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt: 

Nach außen ist Helen eine starke Frau. Niemand ahnt, dass ihr die Erinnerungen an die Hölle, die sie erlebt hat, täglich den Atem rauben. Und dass sie nur knapp dem Tod entkommen ist. Das fast verfallene Anwesen in einer abgelegenen Gegend in Nordengland scheint das perfekte Versteck zu sein. Doch die Dorfbewohner kommen ihr näher, als ihr lieb ist. Denn niemand darf wissen, wo sie ist – vor allem nicht der Mensch, dem sie am meisten vertraut hat …

 

 

 
 Meine Meinung: 

"Nebelschrei" ist ein Thriller der Autorin Sam Baker. In diesem Buch geht es um die Protagonistin Helen. Helen ist vor kurzem in ein riesiges, halb verfallenes Herrenhaus in einer abgelegenen Gegend in Nordengland gezogen. Sie zieht sich von allen zurück und möchte am liebsten ungehört und ungesehen bleiben. Leider hat sie da die Planung ohne die Dorfbewohner gemacht, die sich wirklich für alles zu interessieren scheinen, vorallem für die Dinge, die diese neu zugezogene Fremde tut. 

 

Nach außen erscheint Helen wie eine starke Frau, der nichts etwas anhaben kann, aber in ihr drin sieht es gänzlich anders aus. Sie ist voller Ängste und Panik, da sie in den letzten Jahren viel schlimmes ertragen musste und nur knapp mit dem Leben davon gekommen ist. Somit ist sie auf der Flucht vor dem Menschen, der ihr einst näher stand als viele andere und vor den Erinnerungen, die sich nach und nach, gegen Helen's Verdrängungsmechanismen, den Weg an die Oberfläche bahnen ...



Der Einstieg in diesen Thriller ist mir gut gelungen. Sam Baker hat einen sehr angenehmen und flüssig zu lesenden Schreibstil, dank dem die Seiten nur so dahingeflogen sind. Auf dieses Buch hat mich der interessante Klappentext aufmerksam gemacht und ich bin wirklich froh es gelesen zu haben. Die Autorin teilt das Buch in zwei grobe Erzählstränge. Im ersten der beiden erlebt man die Protagonistin Helen, wie sie sich in ihrem neuen Haus einrichtet. Man erfährt ein bisschen was über ihr Umfeld und über ihre Ängste. Zudem lernt man die Dorfbewohner kennen, aus denen besonders einer heraussticht, der auch später eine große Rolle spielen wird. 


Im zweiten Teil der Geschichte geht es in Rückblicken um Helen's Vergangenheit und man erfährt nach und nach was geschehen ist und was sie zu dem Punkt gebracht hatte, an dem sie sich jetzt befindet. Das war natürlich sehr spannend und wo ich vorher eher das Gefühl hatte einen Spannungsroman zu lesen wurde es hiermit eindeutig thriller - ähnlicher und es gab ein paar Momente mit richtigem Nervenkitzel. Trotzdem muss ich sagen, dass das Buch eindeutig durch dezente Spannungselemente besticht und viele psychologische Komponenten die Spannung steigern. Große Action findet man hier nicht, aber für mich hat gerade, zuvor genanntes, sehr gut gepasst. 


Die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und auch die Nebencharaktere waren interessant. Der Antagonist war ein wahrer Psychopath und es gab hier mehr als einen Gänsehautmoment für mich. Zu der allgemeinen Handlung geht die Autorin mit ihrer Protagonistin auch auf die Liebe zur Fotografie ein und legt ein besonderes Augenmerk auf die Bildberichtserstattung in Kriegsgebieten. Das ging mir sehr unter die Haut und ich fand die Darstellungen sehr realistisch und bewegend! 


Positiv: 

* schöner, flüssiger Schreibstil 

* gute Ausarbeitung der Charaktere 

* die Handlung ist vielseitig und die ausgewählten Themen wurden toll rübergebracht


Negativ: 

* im ersten Teil des Buches blieb mir die Geschichte, emotionalgesehen, ein bisschen zu sehr an der Oberfläche, was sich im zweiten Teil aber deutlich besserte!


"Nebelschrei" ist ein guter Thriller, der wenig Action bietet, aber mit psychologischen Elementen fesselt und mich fast komplett überzeugen konnte!

 

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