Montag, 19. September 2016

Rezension: Bobby von Eddie Joyce

Titel: Bobby

Autor: Eddie Joyce

Übersetzer: K. Nölle & H.-U. Möhring

Verlag: DVA

Seitenzahl: 416

ISBN-10: 3421046514

ISBN-13: 978-3421046512

Preis: 22,99 Euro

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt: 

Der Tag, an dem sich alles veränderte – die mitreißende Geschichte einer New Yorker Familie nach 9 /11
Fast zehn Jahre ist es her, dass Bobby Amendola als Feuerwehrmann beim Einsturz der Twin Towers sein Leben lassen musste, und noch immer sind die Wunden in seiner irisch-italienischen Familie nicht verheilt. Weder bei dem Vater, der selbst Feuerwehrmann war, noch bei der Mutter, die weiterhin jeden Morgen in das unveränderte Zimmer des toten Sohnes geht. Auch beim großen Bruder, einem erfolgreichen Firmenanwalt, bricht der wohlgeordnet-sorgenfreie Alltag gerade auseinander, während das Leben seines Bruders Franky noch nie anders als zerbrochen war. Und dann will Bobbys Witwe ausgerechnet am neunten Geburtstag von Bobby Junior einen neuen Mann mitbringen in das Familienhaus auf Staten Island ... 

 

 

 Meine Meinung: 

"Bobby" ist ein Roman des Autors Eddie Joyce. Auf dieses Buch bin ich aufgrund der realen Thematik aufmerksam geworden und ich war sehr gespannt darauf wie es dem Autor gelingen würde die schwerwiegenden Folgen von 9/11 in einer Romanform umzusetzen. 

 

In diesem Buch geht es um die Familie des Feuerwehrmanns Bobby Amendola. Bobby selbst ist vor knapp zehn Jahren bei dem Einsatz an den Twin Towers, während seiner Arbeit gestorben. Seine Familie leidet noch heute unter den Geschehnissen und ihre Wunden sind noch lange nicht verheilt, genauso wenig wie die Lücke sich geschlossen hat, die Bobby's Tod hinterlassen hat.

 

Man erlebt Bobby's Eltern, seinen Vater, der selbst Feuerwehrmann ist und seine Mutter die trotz der Gewissheit, dass er nicht da ist, an jedem Tag in Bobby's unverändertes Zimmer geht. Auch Bobby's Brüder haben jeder ihr eigenes Los zu tragen und dann ist da nicht zuletzt Bobby's Witwe Tina. Tina, die seit Jahren den gemeinsamen Sohn Bobby Junior aufzieht hat der Familie eine wichtige Mitteilung zu machen, die sicherlich einigen Wirbel auslösen wird. Denn Tina bringt ausgerechnet am neunten Geburtstag ihres Sohnes einen neuen Mann in das Familienhaus mit ... 



Der Einstieg in diese Geschichte ist mir gut gelungen. Eddie Joyce hat einen angenehmen Schreibstil, der sich größtenteils flüssig lesen lässt, mir aber in manchen Passagen ein bisschen zu ausschweifend und bildreich/blumig wurde. Hier bin ich dann manches Mal gedanklich abgedriftet und war froh, als der Autor wieder zu klareren Beschreibungen überging. 



Die Charaktere wurden sehr gut ausgearbeitet und auch das Familienbild, welches Eddie Joyce hier zeichnet kam mir realistisch und lebensnah vor. Ich habe einen Einblick in jedes einzelne Leben der verschiedenen Charaktere erhalten und war gespannt auf ihre jeweiligen Entwicklungen. Was mir aber leider viel zu selten thematisiert wurde war Bobby's fehlen. Es wurde zwar erwähnt, welche Lücken er in den verschiedenen Leben hinterlassen hat, aber für mich kamen leider nicht genug Emotionen rüber. 


Die Handlung ist ansonsten gut aufgebaut, aber ich finde, dass das Buch ein bisschen mehr verspricht, als es letztlich beinhaltet. Ich hatte mir mehr Emotionen und auch mehr Rückblicke gewünscht, die es so leider nicht gegeben hat! Die Familienkonstellation und bestimmte Schicksale der Charaktere waren schon teilweise emotional, aber die eigentliche Thematik des 9/11 kam mir hier zu kurz, beziehungsweise, es waren für meinen Geschmack, nicht genügend Verknüpfungen!


Positiv: 

* schöne Buchidee

* interessante Familienkonstellation und Entwicklung

* gute Ausarbeitungen der Charaktere


Negativ: 

* das Hauptthema um Bobby kam mir ein wenig zu kurz

* ich hätte mir manchmal mehr Emotionen gewünscht


"Bobby" ist ein Roman, der zum Nachdenken anregt und dem Leser/ der Leserin Einblicke in eine besondere Familie gewährt. Ich hätte mir jedoch mehr Emotionen und mehr Verknüpfungen zum 9/11 gewünscht. So blieb da leider Luft nach oben!


Kommentare:

  1. Ich denke, es ist aber auch schwer "richtig" an dieses Thema heranzugehen. Aber so, wie du es in der Rezension beschreibst, ist dies wohl auch kein Buch für mich.

    Liebe Grüße,
    MeerderWörter

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey du,
      ja das glaube ich auch, aber ich hatte mir einfach mehr Emotionen gewünscht. Dachte, dass das bei dem Thema gar nicht anders geht. Liebe Grüße, Petra

      Löschen