Montag, 1. August 2016

Rezension: Die fabelhaften Schwestern der Familie Cooke von Karen Joy Fowler

Titel: Die fabelhaften Schwestern der Familie Cooke

Autorin: Karen Joy Fowler

Übersetzer: Marcus Ingendaay

Verlag: Goldmann

Seitenzahl: 416

ISBN-10: 3442484383

ISBN-13: 978-3442484386

Preis: 9,99 Euro

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt: 

»Hattest du als Kind auch diesen Moment, in dem dir plötzlich klar wurde, dass deine Familie verrückt ist?«

Es war einmal ein Haus mit einem Garten, in dem wohnten ein Apfelbaum, ein Bach und ein kleine Katze mit mondgelben Augen. Hier wachsen drei Kinder auf: Rosemary, ihre ungestüme Schwester Fern und ihr großer Bruder Lowell. Sie könnten eine ganz normale Familie sein. Wäre ihr Vater nicht Wissenschaftler, und wäre Fern nicht ein ganz besonderes kleines Mädchen, das Wachsmalstifte verspeist, den perfekten Rückwärtssalto beherrscht und lacht wie eine Säge. Jahre nach Ferns Verschwinden erzählt Rosemary nun deren Geschichte. Denn erzählen war das Einzige, was Fern nie konnte.

 

 

Meine Meinung: 

"Die fabelhaften Schwestern der Familie Cooke" ist ein Roman der Autorin Karen Joy Fowler. In diesem Buch geht es um die Familie Cooke und insbesondere um die beiden Schwestern Rosemary und Fern. Rosemary erzählt diese Geschichte rückblickend und in einer ihr selbst ganz typischen Art. Früher als Kind war sie beim Reden kaum zu stoppen und daher gaben ihr ihre Eltern den Tipp sich auf die drei wichtigsten Themen zu konzentrieren und davon das auszuwählen, welches ihr am wichtigsten ist. Auch diese Geschichte erzählt Rosemary kurz und knapp, was mir manchmal ein bisschen Probleme bereitet hat. Rosemary beginnt die Geschichte ihrer Familie, in Ich - Form, zu erzählen, als sie auf's College gekommen ist. 

 

Die Erzählstränge führen den Leser/die Leserin zum einen in die Vergangenheit der Familie Cooke und zum anderen befassen sie sich mit der Gegenwart. Die Cooke's haben kein einfaches Los, denn als Rosemary und ihre Schwester Fern gerade einmal sechs Jahre alt waren, verschwand die kleine Fern. Dieser Tag ändert für die Familie alles. Sie verlassen ihr Haus und nach und nach bricht die gesamte Familie unter der Last der Geschehnisse auseinander. Der Vater ertränkt seinen Kummer im Alkohol und die Mutter verfällt in eine Depression. Als der ältere Bruder Lowell es schließlich nicht mehr aushält packt er seine Sachen und verlässt die Familie und Rosemary wird immer stiller und schweigsamer ...

 



Der Einstieg in die Geschichte ist mir leider nicht ganz so leicht gefallen wie erhofft. Das lag vorallem an der Erzählweise und dem daraus resultierenden Schreibstil. Für meinen Geschmack waren die Erinnerungen, die Rosemary als Ich - Erzählerin hier schildert oftmals zu abgehakt und wirkten dadurch ein bisschen unrund. Trotzdem muss ich sagen, dass es sich gelohnt hat dran zu bleiben, denn die Geschichte konnte nach und nach immer mehr bei mir punkten. 

 

Die Charaktere waren recht gut ausgearbeitet und ich habe die Entwicklungen gespannt verfolgt. Nach einer Weile hatte ich zwar schon, für mich, Erklärungen für Rosemary's Verhalten und diese haben sich am Ende auch bestätigt. Hier hätte ich mir ein bisschen mehr Spannung gewünscht, oder eine spätere Ahnung, was dahinter steckt. 

 

Karen Joy Fowler hat eine schöne Geschichte geschrieben und es hat mich besonders beeindruckt, wie die Autorin die Emotionen rüberbringt. Kalt lassen kann einen das Schicksal der Familie, rund um Fern's Verschwinden, meiner Meinung nach kaum. Mich hat es sehr bewegt, da auch authentisch geschildert wurde, was die Geschehnisse mit den anderen Familienmitgliedern gemacht haben. Viel mehr mag ich hier gar nicht verraten, da sonst die Lesefreude für andere Leser/Leserinnen getrübt werden könnte. 

 

Positiv: 

* schöne Ausarbeitung der Charaktere

* bewegende Darstellungen in den Entwicklungen der Familienmitglieder

* Emotionen, Emotionen, Emotionen

 

Negativ: 

* ich hatte zu Beginn ein paar Probleme mit der Erzählweise 

* manches war ein bisschen zu vorhersehbar

 

"Die fabelhaften Schwestern der Familie Cooke" ist eine bewegende Geschichte um das Schicksal einer Familie, die ein bisschen vorhersehbar war, aber durch den Tiefgang und die Breite der Emotionen bei mir punkten konnte!

 

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