Samstag, 11. Juni 2016

Rezension: Der Gerechte von John Grisham

 

Titel: Der Gerechte

Autor: John Grisham

Verlag: Heyne 

Seitenzahl: 416

ISBN-10: 3453270681

ISBN-13: 978-3453270688

Preis: 22,99 Euro

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt: 

Im Zweifel gegen den Angeklagten
Sebastian Rudd ist kein typischer Anwalt. Seine Kanzlei ist ein Lieferwagen, eingerichtet mit Bar, Kühlschrank und Waffenschrank. Er arbeitet allein, sein einziger Vertrauter ist sein Fahrer, der zudem als Leibwächter und Golfcaddie fungiert. Sebastian Rudd verteidigt jene Menschen, die andere als den Bodensatz der Gesellschaft bezeichnen. Warum? Weil er Ungerechtigkeit verabscheut und überzeugt ist, dass jeder Mensch einen fairen Prozess verdient.

 

 
Meine Meinung: 

"Der Gerechte" ist das neueste Werk von John Grisham. Von Herrn Grisham habe ich schon einige Bücher gelesen und ich mag ihn als Autor auch sehr und daher war ich sehr gespannt, wie mir sein neues Buch wohl gefallen würde. Meiner Meinung nach ist es etwas anders als seine anderen Geschichten, aber ich erzähl euch erstmal ein bisschen davon. 

 

In "Der Gerechte" geht es um den Protagonisten Sebastian Rudd. Sebastian ist ein freier Anwalt und er sucht sich seine Fälle weitestgehend selber aus, ohne an eine Kanzlei gebunden zu sein. Sein Büro befindet sich auf vier Rädern, in einem Lieferwagen, was ihm und seinem Anwaltsgehilfen Partner sehr gefällt. Das hat nicht zuletzt den Vorteil, dass er schnell verschwinden kann, wenn es sein muss, denn Sebastian macht sich durch die Fälle die er übernimmt und durch seine etwas spezielle Art nicht nur Freunde. 

 

Sebastian Rudd hat schon lange kein Vertrauen mehr in das amerikanische Rechtssystem, trotz, oder gerade deshalb, ist er sehr engagiert und pocht darauf, dass jeder Angeklagte, das Recht auf einen gerechten und fairen Prozess haben sollte, was leider häufig nicht der Fall ist. Er ist somit derjenige, der sich am ehesten um die Fälle kümmert, die seine Anwaltskollegen nicht einmal anschauen würden, und dabei gerät er an so manchen Unschuldigen, aber auch an Schuldig, die häufig nicht berechenbar sind ...




Bei diesem Buch war die Vorfreude bei mir sehr groß, denn ein neuer John Grisham ist für mich ein absolutes Muss. Ich mag den nüchteren, plakativen, aber dennoch einfühlsamen Schreibstil des Autoren sehr gerne und ich liebe die Gerichtsverfahren und Ermittlungsbeschreibungen, die er, als ehemaliger Anwalt, natürlich realitätsnah und durchaus interessant rüberbringt. So war es auch in diesem Buch, obwohl mir hier direkt eine durchgängige Geschichte fehlte, denn Grisham erzählt einen Teil des Buches kürzere Geschichten von den Klienten, die Sebastian Rudd hat, und wenn eine abgeschlossen war, hat man auch nichts weiteres darüber gehört. 

 

Der Anwalt Sebastian Rudd ist bei diesem Buch der rote Faden, der sich durch die Geschichte zieht und ich fand ihn als Charakter sehr gelungen. Er hat mehrere Eigenarten, an denen sich vielleicht mancher Leser/manche Leserin stossen könnte, aber ich mochte ihn aufgrund seiner Ecken und Kanten und vorallem durch sein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden super gerne. Auch die Nebencharaktere hat der Autor sehr schön ausgearbeitet und sie bieten die gelungene Mischung, sich stimmig in die Handlung einzufügen, und trotzdem in Erinnerung zu bleiben. Mein persönliches Highlight hierbei war "Partner".

 

Neben den Erzählungen um die Fälle des Protagonisten erfährt man auch einiges über den Privatmann Sebastian Rudd. Bei diesen Passagen wurde mir das erste Mal klar, dass hinter der rauen Schale auch ein Mensch steckt der durchaus Mitgefühl empfindet und einiges an Emotionen bieten kann. Die einzelnen Fälle waren, für mich, mal mehr, mal weniger spannend, aber interessant waren sie alle. Das Ende des Buches ist offen und ich finde, dass es wirklich gut und stimmig ist, da es perfekt zu dem Protagonisten passt. Ich hoffe aber trotzdem auf eine Fortsetzung, denn ich würde gerne wissen wie sich das Leben der Charaktere und auch Sebastian's Entwicklung im persönlichen gestalten wird!

 

Positiv: 

* ein super Protagonist

* interessante Fälle und glaubhafte Gerichtsbeschreibungen

* das Streben nach Gerechtigkeit in einem teilweise zweifelhaften Rechtssystem

 

Negativ: 

* Ich hätte mir manchmal eine längere Handlung gewünscht, statt der mehreren kurzen Fälle

 

In "Der Gerechte" zeigt John Grisham sein Können im Schreiben und punktet bei mir mit einem Protagonisten den ich sehr gerne wiederlesen würde!

 


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