Sonntag, 15. Mai 2016

Rezension: Die Schattenbucht von Eric Berg

 

Titel: Die Schattenbucht 

Autor: Eric Berg

Verlag: Limes 

Seitenzahl: 416

ISBN-10: 3809026425

ISBN-13: 978-3809026426

Preis: 14,99 Euro









Inhalt: 

Ohne ersichtlichen Grund und ohne emotionale Regung springt Marlene Adamski vom Balkon ihres Hauses in die Tiefe. Sie überlebt, spricht seither jedoch kein Wort mehr. Psychologin Ina Bartholdy findet keine Erklärung für das Verhalten der 62-jährigen Bäckersfrau, doch der Fall lässt sie nicht los. Sie fährt ins mecklenburgische Prerow, um nach ihrer Patientin zu sehen.

Marlene wird scheinbar liebevoll umsorgt. Doch das Verhalten ihres Ehemanns macht Ina stutzig. Keine Sekunde lässt er sie mit Marlene allein, will offensichtlich verhindern, dass sie mit Ina spricht. Was hat dieser Mann zu verbergen? Und was hat er mit den merkwürdigen Vorfällen zu tun, die sich in Prerow häufen?

 

 

Meine Meinung: 

"Die Schattenbucht" ist ein Kriminalroman des Autors Eric Berg. In diesem Buch geht es um die Protagonistin Ina Bartholdy. Ina ist Psychologin und lernt in der Klinik Marlene Adamski kennen. Frau Adamski ist ohne ersichtlichen Grund von dem Balkon ihres Hauses gesprungen, in der Absicht sich umzubringen. Seit dem Geschehen spricht die Frau mit niemandem mehr und als auch als sie entlassen wird geht sie Ina nicht aus dem Kopf. 

 

Ohne sich vorher anzukündigen macht sich Ina auf den Weg zu den Bartholdy's und versucht Marlene zu überzeugen die Behandlung fortzusetzen. Entgegen dem Willen ihres Mannes stimmt Marlene nach einer Weile zu und Ina setzt alles daran hinter das Schweigen und die vereinzelten Andeutungen zu kommen. Denn sie ist sich sicher, dass das was ihre Patientin belastet etwas schwerwiegendes seien muss, was nicht einfach verschwinden wird ...

 

 

Ich hatte mich schon seit einer ganzen Weile sehr auf das neueste Buch von Eric Berg gefreut, da ich seine beiden vorangegangenen Bücher schon sehr gerne gelesen habe. Der Schreibstil von Herrn Berg konnte mich auch in diesem Buch wieder komplett überzeugen. Der Autor schreibt schön flüssig und die Geschichte lässt sich ohne Probleme lesen. Erzählt wird der Inhalt in der 3. Person und es finden sich zwei unterschiedliche Erzählstränge. Der eine Erzählstrang berichtet von den Geschehnissen rund um Ina Rudolph und ihre Patienten in der Gegenwart und der zweite Erzählstrang befasst sich mit den Geschehnissen die vierzehn Monate zuvor passiert sind und letztendlich zu Marlene's Suizidversuch führten.

 

Den Aufbau des Buches fand ich sehr gelungen. Durch die abwechselnden Erzählstränge hatte ich immer Lust weiterzulesen. Zu Beginn war ich auch noch sehr gespannt auf die Geschehnisse und wie alles mit Marlene's Suizid zusammenhängen würde. Leider flachte die Spannung für mich nach einer Weile doch zu sehr ab, da bekannt wurde um was es ging. Der Grund für eine Reihe von Geschehnissen war, mir persönlich, ein bisschen zu banal, um die nachfolgenden Taten zu rechtfertigen. Den Kontext den Herr Berg hier im Zwischenmenschlichen geschaffen hat fand ich hingegen sehr gelungen. Der Autor beleuchtet hier menschliche Abgründe und auch als Leserin kam ich automatisch ins nachdenken. 

 

Leider war manches in der Geschichte ein bisschen zu schnell vorherzusehen, sodass ich am Ende nicht wirklich mehr überrascht wurde. Was ich eben positiv erwähnte, bei der Beleuchtung der zwischenmenschlichen Kontakte, fand ich hingegen bei Ina Rudolph manchmal negativ. Sie handelt zum Teil widersprüchlich und auch wenn man von ihrem Job als Psychologin ausgeht, waren manche Handlungen sehr grenzwertig, wenn man es mit der Realität vergleicht. Trotzdem hat mich diese Geschichte gut unterhalten und ich hoffe beim nächsten Berg'schen Werk auf ein bisschen mehr Spannung.

 

"Die Schattenbucht" ist ein solider Krimi, der mich gut unterhalten hat, bei dem mir an manchen Stellen aber die Handlungen der Charaktere zu realitätsfern waren! 

 

 

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