Sonntag, 20. September 2015

Rezension: Als die Soldaten kamen von Miriam Gebhardt

 

Titel: Als die Soldaten kamen

Autorin: Miriam Gebhardt

Verlag: DVA

Seitenzahl: 352

ISBN-10: 3421046336

ISBN-13: 978-3421046338

Preis: 21,99 Euro

 

 

 

 

 

 

 

 

Inhalt: 

Die Soldaten der Alliierten, die am Ende des Zweiten Weltkriegs Deutschland besetzten, kamen nicht nur als Befreier, sie brachten auch eine neue Gefahr: Überall im Land wurden Frauen Opfer sexueller Gewalt. Entgegen der weitverbreiteten Vorstellung waren die Täter nicht nur "Russen", sondern es vergewaltigten auch Amerikaner, Franzosen und Briten. In ihrem bewegenden und beeindruckend recherchierten Buch macht die Historikerin Miriam Gebhardt erstmals das ganze Ausmaß einer menschlichen Tragödie  bewusst, die auch in Friedenszeiten noch lange nicht vorbei war.   

 

 

 

Meine Meinung: 

"Als die Soldaten kamen" ist ein Buch der Autorin und Historikerin Miriam Gebhardt. In diesem Buch schildert die Autorin neue Fakten zu dem Tabuthema der Vergewaltigungen am Ende des Krieges. Das Thema ist ein schweres und ich war sehr gespannt, wie es Frau Gebhardt gelingen würden, auf das Thema einzugehen. Denn die Soldaten, der sogenannten, vier Siegermächte brachten nicht nur die Befreiung von der nationalsozialistischen Herrschaft, sondern auch viel neues Leid, in Form von sexueller Gewalt. 


Überall im Land wurden zahllose Mädchen, Frauen und auch Männer Opfer von sexuellen Übergriffen. Die verbreitete Vorstellung, dass die Taten vorwiegend von "den Russen" begangen wurden, versucht Frau Gebhardt historisch fundiert, zu widerlegen und zu belegen, dass ebenfalls Amerikaner, Franzosen und Briten zu Tätern wurden. 


Ein weiterer interessanter, sowie emotionaler Aspekt ist, dass viele vergewaltigte Frauen auch in späteren Jahren wiederholt zu Opfern wurden, zum Beispiel von Ärzten, Sozialarbeitern, oder auch von Juristen, die teilweise die wichtigen und gerechtfertigten Entschädigungen verweigerten. Auch die Gesellschaft ist hier ein wichtiger Aspekt, und Gebhardt weist gekonnt auf die Verdrängung und das Verschweigen, bezüglich der schlimmen Verbrechen hin. 


Was ich aber sagen muss ist, dass dieses Buch eine sehr schwere Lektüre ist. Es lässt sich recht gut lesen, ist aber sehr mit Statistiken gefüllt und weniger mit Erzählungen oder Schilderungen von Betroffenen, wie ich mir das vorgestellt hatte. 


"Als die Soldaten kamen" ist ein fachlich gehaltenes Buch zu einem schweren Thema, welches vorwiegend mit vielen Statistiken gefüllt ist und mich leider nicht komplett überzeugen konnte. 



 


 

 

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